Parkstadt Bogenhausen

Die Siedlungsentwicklung außerhalb des Mittleren Ringes erhielt ihre entscheidenden Impulse erst durch die in der Nachkriegszeit entstandenen Großwohnanlagen. Auf dem urpsrünglich für Hitlers Ruhesitz vorgesehenen „Führergelände“ zwischen Richard-Strauß-Straße, Gotthelfstraße, Stunzstraße und Schreberweg entstand zwischen 1955 bis 1957 die Parkstadt Bogenhausen neben der etwa zeitgleich entstandenen Siemens-Siedlung in Obersendling als Münchens erste Wohnsiedlung mit Hochhausbebauung.

Die Generalplanung erfolgte durch den Architekten Franz Ruf, die Gartengestaltung übernahm der Gartenarchitekt Alfred Reich. Die Architekten Johannes Ludwig, Helmut von Werz, Johann Christoph Ottow und Hans Knapp-Schachleiter entwarfen die einzelnen Gebäude. Der Bauherr war die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Hamburg, die Errichtung dauerte von 1955 bis 1956. Es war die nach dem zweiten Weltkrieg die erste größere Wohnanlage die damals gebaut wurde. Die Anlage umfasst 2000 Wohnungen und ist für 6000 Bewohner ausgelegt. Die Wohnungen in den Hoch- und Mehrfamilienhäusern werden durch eine Reihenhaus-Siedlung im Osten ergänzt. Bei der Planung wurde besonderer Wert darauf gelegt, die Wohnungen möglichst nicht dem Verkehrslärm auszusetzen und die Gebäude optisch zu einer Einheit zu verschmelzen. Die Wohnungen sind überwiegend so geschnitten, dass Schlafzimmer, Küche und Essplatz über die Wohnzimmer betreten werden.

 

Direkt in der Parkstadt Bogenhausen gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Hort, einen Kindergarten, verschiedene Läden und einen Supermarkt. Das von Franz Ruf entworfene „Große Ladenzentrum“ und die Parkgaststätte stehen seit 19996 unter Denkmalschutz.

 Bemerkenswert ist auch die von Sep Ruf entworfene Kirche St. Johann von Capistran (Bild). Der Bereich ist durch die Stuntz-, die Busching- und die Gotthelfsstraße sowie einige kleinere Nebenstraße erschlossen. So wurden sehr ruhige Wohnungen geschaffen und der Verkehr um die Parkstadt geleitet. Die U-Bahn-Station Böhmerwaldplatz und eine Bushaltestelle liegen am westlichen Ende der Parkstadt an der Richard-Strauss-Straße. In der Parkstadt selbst gibt es keine Bushaltestellen. Eine Taxistation ist an der Ecke Stuntz- und Buschingstraße.

Zu den bedeutenden Baumaßnahmen gehörte aber auch die Untertunnelung des Mittleren Rings zwischen dem Leuchtenbergring und dem Effnerplatz. Das bis dahin wegen des Verkehrs unattraktive Wohngebiet wurde dadurch aufgewertet. Ein weiteres städtebauliches Großprojekt ist die geplante Neugestaltung des Vogelweideplatzes. Hier sollen Hochhäuser mit Büro- und Wohnnutzung künftig den Übergang von der Autobahn nach Bogenhausen markieren.

Immobilienmarkt: Die Preise für Eigentumswohnungen sind im Osten des Bezirks zum Teil ab 3000 Euro pro Quadratmeter zu bekommen. Im Mietspiegel wird das Viertel im Bereich zwischen Richard-Strauss-Straße im Westen, Schreberweg im Norden, Franz-Fischer- und Scherf-Weg im Osten sowie der Prinzregentenstraße im Süden als durchschnittliche Wohnlage klassifiziert. Als gute Wohnlage wird dagegen das Gebiet westlich davon bewertet. 

Als Standort mit großem Potenzial gilt der nahe Vogelweideplatz. Hier soll mit dem Projekt Bogenhauser Tor ein Ensemble aus mehreren Bürohochhäuser nach einem Entwurf der spanischen Architekten Nieto & Sobejano entstehen.

Weitere Informationen:

Vogelweideplatz: 155 neue Wohnungen an der Prinzregentenstraße 155