Am Luitpoldpark

Rund um den Luitpoldpark werden die letzten größeren Baugrundstücke erschlossen. Wer hier eine neue Eigentumswohnung erwerben will, muss einen hohen Preis zahlen.

 

Viele Münchner würden am liebsten innerhalb des Mittleren Rings wohnen. Doch das Angebot ist begrenzt. Vereinzelt machen die Stadtplaner aber noch Erschließungsflächen für Wohnbebauung aus.

Etwa nördlich des Schwabinger Krankenhauses im Stadtviertel Luitpoldpark im Bezirk Schwabing-West. Für das ehemals von den Stadtwerken München genutzte Grundstück wurde 2003 ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben, den das Berliner Architekturbüro Leon Wohlhage Wernik gewann. Der Plan sieht ein neues Wohnquartier mit Geschosswohnungsbauten und Innenhöfen zwischen der Isoldenstraße (Bild links), dem neuen Mildred-Scheel-Bogen, der Rümannstraße im Norden und dem Schwabinger Altenheim vor. Im Westen ist bereits der Großteil des Quartiers weitgehend fertiggestellt, auch sind dort die Wohnungen bereits nahezu alle verkauft.

Entlang der Isoldenstraße sollen nun die letzten Gebäude erstellt werden: im Norden durch die städtische Wohnungsgesellschaft GEWOFAG, dazwischen von der Wüstenrot Haus- und Städtebau und im Süden durch die Hochtief Solutions AG.

Die GEWOFAG hatte dafür im März dieses Jahres für das 5200 Quadratmeter große Grundstück einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben, den Grüntuch Ernst Architekten mit Lützow 7 Landschaftsarchitekten gewonnen hatten. Der Plan sieht ein Ensemble mit einer plastischen Folge von Loggien und Wintergärten vor. „Der Entwurf besetzt den Ort mit einer markanten, eigenständigen Architektur. Die positive Außenwirkung zur Stadt – Fassaden und Freiraumgestaltung – setzt sich im Inneren in der Qualität der Wohnungen fort“, so die Vorsitzende der Jury, die Architektin Hilde Léon. Die GEWOFAG wird 51 neue Wohnungen – davon 31 einkommensorientiert gefördert, 16 nach dem München-Modell gefördert und vier Wohnungen frei finanziert – errichten. Zudem sollen Gewerbeflächen für Läden und Gastronomie entstehen. „Die bewährte Mischung aus geförderten und frei finanzierten Wohnungen ist uns wichtig“, sagt Gordona Sommer, Geschäftsführerin der GEWOFAG. „Auch Einkaufsmöglichkeiten und attraktive Freiflächen gehören zum Konzept.“ Der Neubau umfasst zwei gegenüberliegende U-förmige Baukörper an der Isoldenstraße. Darin befinden sich barrierefreie Wohnungen sowie – im Erdgeschoss – einige Läden und darunter eine große Tiefgarage. Die Bauarbeiten werden 2012 beginnen und sollen Ende 2014 abgeschlossen sein.

Die Wüstenrot Haus- und Städtebau wird im Frühjahr 2012 mit dem Bau ihrer Wohnungen beginnen. „Wir werden 36 Zwei- bis Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche von 59 bis 140 Quadratmeter erstellen“, sagt Martin Volk von der Wüstenrot Haus- und Städtebau in München. „Die Preisspanne in der wir die Wohnungen anbieten beträgt 6000 bis 8000 Euro pro Quadratmeter.“ Mit der Fertigstellung wird Ende 2013 gerechnet.

 

Die Hochtief Solutions will dagegen noch im November dieses Jahres mit dem Bau ihrer 27 Wohneinheiten beginnen. „Wir werden acht City-Maisonettewohnungen und 19 Geschosswohnungen errichten“, sagt Gabriele Stegers von der Hochtief Solutions AG in Essen. „Geplant sind Ein- bis Sechs-Zimmerwohnungen mit einer Größe von 52 bis 244 Quadratmetern.“ Über die Angebotspreise macht Gabriele Stegers keine Angaben, mit der Fertigstellung würde im Sommer 2013 gerechnet.

 

Auf der anderen Seite des Viertels, zwischen Luitpoldpark und Schleißheimer Straße plant zudem die Bayerische Hausbau die Errichtung von 86 Eigentumswohnungen. Auf dem 7600 Quadratmeter großen Grundstück in der Schleißheimer Straße 232 wird im Herbst mit dem Bau von 36 bis 223 Quadratmeter großen Wohnungen begonnen. Die Fertigstellung ist für Frühsommer 2013 vorgesehen.

Noch nimmt der größte Anteil des Baugrundstücks eine große bunte Herbstwiese ein. Schade eigentlich, dass hier bald die Bagger anrücken.

 

 

 

 

Viertel Luitpoldpark

Das Stadtviertel Luitpoldpark ist einer von drei Bezirksteilen des Stadtbezirks Schwabing-West. Begrenzt wird das Viertel im Norden durch den Petuelring, im Westen durch die Schleißheimer Straße, im Süden durch die Karl-Theodor-Straße und im Osten durch die Isoldenstraße.

Einwohner: Hier wohnen vor allem Bürger aus dem Mittelstand. Der Anteil qualifizierter Angestellter ist hoch. Von der Altersstruktur dominiert die Gruppe der 18- bis 65-jährigen, der Anteil der unter 18-jährigen liegt unter dem Durchschnittswert der Stadt.

Infrastruktur: Anschluss zur U2 und U3 mit den Haltestellen Bonner Platz und Scheidplatz.

Das Viertel ist vom Schwabinger Krankenhaus geprägt, dass sich . Zudem verläuft in der Nähe die Trambahnlinie 12 und 27 und mehrere MVG-Buslinien.

 

Das 1904 nach den Plänen des Architekten Richard Schachner errichtete Städtische Krankenhaus München Schwabing galt bei seiner Eröffnung als modernstes Krankenhaus Deutschlands. Es erstreckt sich auf ein Gesamtareal von 18 Hektar und weist 1300 Betten auf. Die Klinik repräsentiert den Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Typus des Pavillon-Krankenhauses. Etwa 95 Prozent der Patientenzimmer sind nach Süden ausgerichtet. Diese Ausrichtung, das natürliche Licht in den Verbindungswegen und die freundliche Atmosphäre durch den Park mit altem Baumbestand und einer Vielzahl von heimischen Vögeln prägen den Charakter des Schwabinger Krankenhauses. 1957 wurden umfangreiche Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt und in den 1970er und 1980er-Jahren kamen weitere Klinikbauten hinzu und 1996 wurden der südliche Funktionsbau für die operativen Fachdisziplinen und der Hubschrauberlandeplatz fertiggestellt. Nördlich vom Krankenhaus liegt das Max-Planck-Institut für Psychiatrie.

Entlang der Rümannstraße befindet sich ein weiterer, relativ großer Baukomplex, das Schwabinger Altenheim. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite nördlich davon liegt das Rehabilitationszentrum für Körperbehinderte – die Stiftung Pfennigparade.

 

Das Viertel trägt den Namen des auf Beschluss des Magistrats angelegten und 1911 eröffneten Parks, dem Luitpoldpark. Den Kern des Parks sollte ein von 90 Linden und 25 Eichen umgebener Obelisk sein. Anlässlich des 90. Geburtstages des Prinzregenten Luitpold wurde der Park auf dessen Namen getauft und mit der Pflanzung der 90. Linde eröffnet.

 

 

Am Westrand des Parks steht das Bamberger Haus, dass sich ursprünglich wie der Name vermuten lässt, in Bamberg befand. Weil sich dort kein Käufer des Barockgebäudes fand, wurde es abgebaut und die Steine nach München in etwa der heutigen Lage geschafft. Der Bauunternehmer und Architekt Franz Rank liess es als Ausflugs-Restaurant errichten. Kennzeichen des Parks ist heute aber ein 37 Meter hoher Hügel, der aus den Schutt der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Häuser errichtet wurde.

 

Immobilien: Das Viertel ist einer der teuersten Wohnbezirke Münchens. Nach dem Portal Immobilienscout24 liegt der Angebotspreis für Wohnungen im Durchschnitt bei 5800 Euro.

Die Durchschnittsmiete von Neuvermietungen beträgt etwa 14 Euro. Dies dürfte sich allerdings nur auf "gute Lagen" beziehen, auch liegen die schon seit langem vermieteten Wohnungen zum Teil mit der Miete erheblich darunter. Im Mietspiegel wird der Bereich an der Isoldenstraße von der Karl Theodorstraße bis zu Rümannstraße als "gute Lage" eingestuft, und zwar bis zum Schwabinger Krankenhaus beziehungsweise südlich davon bis zum Scheidplatz. Die Gegend nördlich der Rümannstraße bis zum Petuelring und das Gebiet westlich des Luitpoldparks bis zur Einzererstraße (Bereich des Neubaus an der Schleißheimerstraße) ist dagegen nur "mittlere Lage".

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