CentralPark in München

Jörg Scheufele ist Geschäftsführer und Gründer der alpha invest Projekt GmbH. Nun hat der ehemalige Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau München im Arnulfpark mit dem Central & Park ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet, das New Yorker Flair nach München bringt.

immobilienreport: Herr Scheufele, unter Ihrer Federführung wurde das Wohn- und Büroensemble Central & Park entwickelt. Nach der Enthüllung der Fassade sind die Gebäude nun weitgehend fertiggestellt. Was ist der aktuelle Vermietungsstand?

Jörg Scheufele: In den beiden Wohntürmen, die das Bürogebäude flankieren, sind rund 70 Prozent der Wohnflächen vermietet. In jedem der 44 Meter hohen Türme befinden sich 46 Wohnungen, die eine Wohnfläche von 29 bis 205 Quadratmeter aufweisen. Ab Mai können die Mieter einziehen. Auch das Interesse an den Büroflächen, die wir ab 400 Quadratmetern anbieten, ist groß.

immobilienreport: Die Projektgesellschaft wird das Ensemble dem Besitzer, der AXA Investments Managers Deutschland, übergeben, der die Flächen vermietet. Welche Mieten werden für die Wohnungen verlangt?

Scheufele: Die Mietspanne reicht von elf Euro pro Quadratmeter in den Wohnungen im Erdgeschoss bis zu 17,50 Euro pro Quadratmeter in den obersten Stockwerken.

immobilienreport: Die Wohntürme befinden sich westlich des

Bürogebäude Skygarden im Arnulfpark  – bislang wurden dort an der Südseite entlang der Bahnanlagen nur Bürogebäude errichtet. Stört Mietinteressenten nicht Nähe des Zugverkehrs?

Scheufele: Nein. Wir hatten bereits bei der Entwicklung der Wohnanlage CityLiving im Hirschgarten die Erfahrung gemacht, dass sich die Bewohner bei einem entsprechenden Lärmschutz in ihren Wohnungen nicht an der Nähe zu den Gleisen stören. Die Anlage, die vor zwei Jahren fertiggestellt wurde, ist komplett vermietet.  Voraussetzung für den Bau der Central & Park war jedoch auch die Errichtung von Büroflächen an diesem Standort.

immobilienreport: Inspiriert wurde „Central & Park“ vom New Yorker Central Park. Auch die Gestaltung des Gebäudes mit seiner klassischen Natursteinfassade durch den Berliner Architekten Professor Paul Kahlfeldt erinnert etwas an die Art Deco Gebäude. Ist das Vorbild für das ehemalige Gelände eines Containerbahnhofs aber nicht etwas ambitioniert?

Scheufele: Das Gelände befindet sich tatsächlich in einem früheren Glasscherbenviertel. Durch die Entwicklung des Arnulfparks unter der Führung von Vivico hat sich jedoch der Charakter des Gebiets völlig geändert. Der Landschaftspark mit seinen Rasenflächen, die vielfältige Architektur der Gebäude und der weite Ausblick von den oberen Wohnungen der Panorama Towers erinnert schon etwas an den New Yorker Central Park. Der Name ergibt sich vor allem aber auch durch die zentrale Lage in der Nähe des Hauptbahnhofs und mit Blick auf die Frauenkirche.

immobilienreport: Zwischen den beiden Wohntürmen befindet sich noch ein unbebautes Grundstück. Dies soll sich aber bald ändern?

Scheufele: Ja, als Projektentwickler wollen wir Ende diesen Jahres für die Eigentümer, die Vivico Real Estate und die E&G Bridge Equity Fonds GmbH & Co. KG, mit dem Bau des Kontorhauses auf diesem Grundstück beginnen. Aktuell sind wir in Gesprächen mit Mietinteressenten, bei einem Vermietungsstand um 50 Prozent werden wir starten. Das anthrazitfarbene Ziegelgebäude wird in Anlehnung an die Hamburger Kontorhäuser gestaltet sein und sich durch große Bögen in Richtung Arnulfpark auszeichnen. Entworfen wurde das Bürogebäude mit  rund 24.500 Quadratmeter von den Architekten Lederer + Ragnarsdóttir+Oei. In seiner Gestaltung und der Ziegelfassade wird es sich von den bestehenden Gebäuden deutlich unterscheiden. 

immobilienreport: Zusammen mit der LBBW Immobilien Capital entwickeln Sie im ehemaligen Heizkraftwerk im

Gärtnerplatzviertel  „The Seven“. Können sich die Münchner solche Luxusimmobilien überhaupt leisten?

Scheufele: Ja. Es ist völlig verfehlt zu glauben, dass diese Immobilien vor allem von ausländischen Käufern erworben werden. Die weitaus größte Gruppe der Käufer sind Einwohner Münchens oder aus der Umgebung. Auf Grund der wirtschaftlichen Stärke hat sich in der Stadt einiges an Wohlstand gebildet, der sich auch im Immobilienerwerb widerspiegelt. Viele erkennen den Vorteil des Münchner Immobilienmarktes: Die Preise entwickeln sich kontinuierlich und weisen in der Vergangenheit keinen großen Verfall auf.

immobilienreport: Worauf achten die Käufer von solchen hochpreisigen Immobilien?

Scheufele: In einer Umfrage wurden verschiedene Kriterien für die Zahlungsbereitschaft bei den Interessenten abgefragt. Darunter befanden sich der Name des Bauträgers, die Art der Architektur, das Design und die Lage der Immobilie. Eindeutig das wichtigste Kriterium war die Lage.

immobilienreport: Ist die Konsequenz für Sie als Bauträger, nur Projekte in besten Lagen zu entwickeln?

Scheufele: Nein. Jeder Stadtteil hat seine eigene Qualität und einen angemessenen Preis. Entscheidend ist, ob die Art des Projekts und der Preis passt.

immobilienreport: Herr Scheufele, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Ulrich Lohrer

Photo Jörg Scheufele auf Startseite: Heinz von Heydenaber

sonstige Bilder: Ulrich Lohrer