Alt Moosach

Moosach zählt zu den ältesten Orten in München, die erste urkundliche Erwähnung datiert bereits in das Jahr 807. Moosach zählt zu den ältesten Orten im Münchner Gebiet und ist einiges älter als die Stadt München. 1913 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde in München eingemeindet – zuerst in den damaligen Stadtteil Neuhausen und Nymphenburg, bis Moosach 1996 als eigener Stadtbezirk Moosach neugeordnet wurde. Der Bezirksteil Alt Moosach wird im Südwesten von der Dachauer Straße, im Norden durch die Gleisanlagen und im Osten durch den Mittleren Ring im Abschnitt der Landshuter Allee begrenzt. Westlich davon befindet sich der Schwesterbezirksteil Moosach Bahnhof mit dem Bahnhof als zweites Bezirkszentrum.

 

 

Der alte Dorfkern mit Kirche

Zentrum von Alt-Moosach ist das Gebiet um die Kirche, die sich in der Pelkovenstraße befindet. St. Martin ist die älteste Kirche des Bezirks, sie wurde 1315 erbaut (siehe Aufmacherbild oben und Bild links). Bereits 815 wurde hier ein erster Kirchenbau des Grafen Cundhart urkundlich erwähnt. Bis 1909 war St. Martin Filialkirche der Pfarrei Feldmoching und wurde dann Sitz einer eigenen Pfarrgemeinde. Anfang der 1920er Jahre entschloss man sich zu einem Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft (Bild rechts). Ausgeführt wurde der Bau von dem Münchener Architekten Hermann Leitenstorfer im Stil der Neuen Sachlichkeit, aber mit deutlich erkennbaren neoromanischen Elementen. Das Gebiet um die alte Kirche vermittelt noch heute einen dörflichen Charakter.

 

Die Borstei

 

Die städtebauliche Entwicklung in Moosach setzte im wesentlichen erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Einfamilienhaus-, Reihenhaus- und aufgelockerter Geschosswohnungsbau gewährleisten eine relativ Wohndichte. Erwähnenswert ist die zwischen 1924 und 1930 errichtete Mustersiedlung "Borstei" in der Süd-Ost- Ecke des Stadtbezirks des Unternehmers Bernhard Borst. Als neuen Standort seines Bauunternehmens hatte Borst 1923 ein etwa 90.000 Quadratmeter großes Grundstück an der Dachauer Straße erworben.

 

 Neben Werkstätten sollten dort auch Wohnhäuser entstehen, Borst schrieb dafür einen   Architekturwettbewerb aus. Unter den 60 Einreichungen wurden nur zwei 2. Preise vergeben, aber kein Sieger gekürt. Borst erstellte nun selbst einen Entwurf nach dem mehrere in Höfen angeordnete, durch Gewölbe und Durchfahrten verbundene Wohnhäuser entstanden. 1927 zog Borst den Architekten Eduard Oswald Bieber hinzu. Die 772 Wohnungen und Läden verteilten sich auf 77 Häuser und über 19.000 Quadratmeter Fläche.Die Borstei enthielt das erste zentrale Heizkraftwerk Deutschlands. Die Zwei-, Drei- und Vier-Zimmerwohnungen boten zudem einen für die damalige Zeit unüblichen Komfort, wie fließend heißes Wasser, Gasherde, Bad, Waschbecken und beheizte Garagen und Kinderspielplätze in den Höfen.Schon damals wurde in dieser Siedlung der Autoverkehr weitgehend ausgeschlossen.

 

Pressestadt, OEZ und Uptown München

Eine engere Bebauung ergibt sich Richtung Osten mit der zur Olympiade 1972 errichtete Pressestadt, Moosachs größtem Wohngebiet.Zusammen mit der Pressestadt entstand das Olympia-Einkaufszentrum, kurz auch nur OEZ genannt. 1993/94 erfolgte eine Erweiterung und Modernisierung nach den Plänen der Münchner Architekten Hans Baumgarten und Curt O. Schaller. Die Verkaufsfläche des zum ECE Projektmanagement gehörenden OEZ beläuft sich auf 56.000 Quadratmeter. Auf zwei Ebenen sind rund 135 Fachgeschäfte, drei Warenhäuser, große Textilhäuser, Lebensmittelgeschäfte, Dienstleistungsbetriebe, Restaurants und Cafés untergebracht. Darüber hinaus stehen 2400 Parkplätze zur Verfügung. Seit dem 31. Oktober 2004 ist das an der Hanauer Straße gelegene OEZ durch den U.Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum der Linie U1 erreichbar. Seit Oktober besteht auch die Anbindung an die U3. Etwa 60.000 Menschen leben in einem Umkreis mit fünf Minuten Anfahrtsweg.

Von 2001 bis 2004 wurde der Hochhauskomplex Uptown München von der amerikanischen Unternehmen Hines nach Plänen des Düsseldorfer Architekturbüro Ingenhoven, Overdiek errichtet. Mit 37 Stockwerken und 146 Metern Höhe ist es nach dem Olympiaturm das zweithöchste Gebäude der Stadt. Das Äußere des Turmes wird durch abgerundete Ecken und die Glasfassade mit elektromotorisch öffnende runden Ausstellfenstern für die natürliche Belüftung bestimmt. Zu der Anlage gehören vier siebengeschossige Campusgebäude mit Büros sowie einem Gebäude mit etwa 140 Wohnungen, die sich parallel eines Boulevards mit Parzellen von Kiefernwäldern erstrecken. Aktuell befindet sich das Gebäude mit 50.000 Quadratmetern Büroflächen im Besitz des Staatsfonds von Singapur, größter Mieter ist O2.

Westlich davon entstand das Münchner Technologiezentrum (MTZ). Die Münchner Gewerbehof und Technologiezentrumsgesellschaft (MGH) bieten Existenzgründern aus der Technologiebranche 8800 Quadratmeter an gewerblicher Mietfläche. Hier befinden sich auch die Stadtwerke München (SWM) und der Büro- und Technologiepark M-Campus.

Weitere Informationen:

M-Campus: SWM baut IT-Rathaus