Parkstadt Schwabing;: Der Arbeitsplatz der Zukunft

Nach anfänglichen Schwierigkeiten am Anfang seiner Entwicklung mit der Vermietung ist das Büroquartier nördlich von Schwabing nun ein begehrter Standort. Politiker pilgern hierher, um sich über moderne Arbeitswelten  zu informieren. Nun werden auch die letzten Baulücken geschlossen.

 

Wer den „Arbeitsplatz der Zukunft“ sehen will, der pilgert in die Parkstadt Schwabing. Zum Richtfest seiner neuen Zentrale empfing Alexander Stüger, Deutschland-Chef von Microsoft, Ende Juni mit Bauherr Helmut Röschinger (Argenta) Münchens OB Dieter Reiter (SPD) und Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) (siehe Bild links, von links nach rechts: Röschinger, Aigner, Reiter, Stüger).

Wenn im Sommer 2016 die 1900 Microsoft-Mitarbeiter von Unterschleißheim in die siebengeschossige, 26.000 Quadratmeter große Immobilie in der Walter-Gropius-Straße 1 bis 3 im Bezirksteil Alte Heide/Hirschau des Münchner Stadtbezirks Schwabing-Freimann einziehen, haben sie viele Optionen. Sie können einen klassischen Arbeitsplatz wählen, sich in „Meetingwelten“ oder in einem der 67 Konferenzräume und auf elf Dachterrassen aufhalten. Die Mitarbeiter sollen arbeiten, Ideen ausbrüten oder einfach in einem Fitnessbereich mit Saunalandschaft abschalten. Über eine spezielle App können sich Kollegen im Gebäude wiederfinden. „Wir zeigen, wie unsere eigenen Technologien die Arbeitswelt verbessern und die Produktivität und Innovationskraft jedes Einzelnen steigern“, so Stüger. Auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) informierte sich bereits persönlich über das Arbeitskonzept in Unterschleißheim.

Wie angetan die Politik vom Büroquartier ist, beweist auch die Verlagerung der CSU-Zentrale von der Maxvorstadt in die Parkstadt Schwabing. Mit dem Verkauf des Franz-Josef-Strauß-Hauses in der Nymphenburger Straße 64 an die LBBW Immobilien kann die Partei den Erwerb des Gebäudes des Langenscheid Verlags in der Mies-van-der-Rohe-Straße 1 (siehe Bild links vor den Highlight Towers) wohl gut finanzieren, auch wenn die CSU den Kauf- und Verkaufspreis der Gebäude nicht nennt. „Es ist eine gute Investition für eine Volkspartei, wenn wir so etwas wie ein Vereinsheim haben“, so Horst Seehofer, CSU-Parteichef und Bayerns Ministerpräsident. 60 Prozent der Fläche des viergeschossigen Gebäuderiegels will die CSU selbst nutzen, der Rest soll vermietet werden.

Die Chancen dafür stehen gut, auch wenn in den benachbarten Highlight Towers, die zwischen 14 und 28 Euro pro Quadratmeter vermietet werden, der größere Turm (Tower 1: 126 Meter) komplett leer steht. Seit dem Umzug der Unternehmensberater Roland Berger Ende 2014 und der Strabag sind die 33 Etagen mit 34.000 Quadratmeter unvermietet.

Doch nun gelang dem Vermieter, die KanAm Gruppe, ein Abschluss mit Unify. Das IT-Unternehmen zieht nächstes Jahr in den Tower 1 und mietet dort acht Stockwerke sowie eine Erdgeschossfläche mit 9000 Quadratmetern. „Mit den HighLight Towers haben wir innerhalb Münchens eine moderne und flexible Umgebung gefunden, in der wir unsere Philosophie des „New Way to Work“ optimal verwirklichen können. Wir freuen uns schon auf den Einzug im kommenden Jahr“, so Klaus Stöckert, Geschäftsführer der Unify Deutschland GmbH & Co. KG. Die Kommunikationslösungen von Unify – darunter Circuit – vereinen unterschiedliche Netzwerke, Geräte und Applikationen auf einer einzigen, einfach bedienbaren Plattform. Diese Plattform ermöglicht Teams einen umfassenden und effizienten Austausch, was die Art und Weise, wie Unternehmen kommunizieren und zusammenarbeiten, nachhaltig verändert.

Zudem haben weitere Bestandsmieter seit dem Auszug der Roland Berger Consultancy ihre Flächen in den HighLight Towers erweitert. Hierzu gehört die Strasser Capital Group ebenso wie Design Offices. Damit beläuft sich der aktuelle Vermietungsstand auf über 71 Prozent, rund 2000 Menschen arbeiten in dem Gebäudeensemble.

Die 2004 fertiggestellten Highlight Towers sind mit dem 85 Meter hohen The m.pire der Bayerischen Hausbau am anderen Ende des Quartiers die Landmarks der Parkstadt. Beide Bauwerke, zu denen neben den Türmen weitere Gebäude gehören, wurden von dem Chicagoer Architekten Helmut Jahn geplant.

Das Büroensemble The m.pire, zu dem neben dem 23-stöckigen Skyline Tower zwei fünf- und zwei siebengeschossigen Campusgebäuden Bailey Palace, Eminence Plaza, Life Gallery und Sunshine Place gehören, ist mit seinen insgesamt rund 45.000 Quadratmeter Geschossfläche vermietet. Bereits im September 2010 bezog der weltweit tätige Onlinehändler Amazon das Campusgebäude Sunshine Place. Prominenter Großmieter ist der Leuchtenhersteller Osram, der den Tower belegt.

„Außer dem östlichen Highlight Tower besteht in der Parkstadt Schwabing faktisch kein Leerstand mehr“, sagt Michael Gail, Akquisitions Manager beim Münchner Fondsinitiator WealthCap. Die Tochtergesellschaft der UniCredit hatte Anfang des Jahres das im Bau befindliche Bürogebäude Twin Yards (siehe Bild links unten – links Twin Yards, rechts The m.pire) von Strauss & Partner und der Münchner Grundbesitz Verwaltung erworben.

Damals lag der Vermietungsstand bei 40 Prozent. Mittlerweile sind 90 Prozent belegt, und bei Fertigstellung im Oktober 2015 wird das 13.700 Quadratmeter große Bürogebäude sehr wahrscheinlich komplett vermietet sein. „Für Mieten von 16 bis 18 Euro lassen sich neue Bürogebäude recht zügig vermieten“, erläutert Gail.

Die Vermietung läuft auch deshalb gut, weil es kaum Angebot an modernen Büroflächen in München gibt. Auch in der Parkstadt sind die letzten Baugrundstücke verplant. Im Süden will die Argenta an der Anni-Albers-Straße Wohngebäude errichten und gegenüberbaut es ein Motel One. Und im Norden an der Wilhelm-Wagenfeld-Straße will Filmkamera-Hersteller Arri ein Medienzentrum errichten. 

 

Ulrich Lohrer, verfasst am 05.07.2015, aktualisiert am 29.05.2017

Bilder: Richtfest der Microsoft-Deitschland-Zentrale – Microsoft Deutschland; sonst: Ulrich Lohrer 

 

 

 

 

Büromieten

Laut dem von Colliers International München und dem Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München veröffentlichten Immobilien-Marktbericht München 17/18 liegen die Büromieten im Parkstadt Schwabing für Neubauobjekte zwischen 17 und 20 Euro, dem des hochwertigen Bestands zwischen 16-18,50 Euro (Hochhaus: 17-27)  Euro und von sonstigem Bestandsgebäuden zwischen 12,50 und 15 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Weitere Münchner Büroquartiere:

Arnulfpark, Theresienhöhe, Werksviertel