Wolfgang Roeck: Hilde wird sich harmonisch in Altstadt einfügen

Anstelle des Fina-Parkhaus errichtet Wöhr + Bauer ein nobles Stadthaus-Ensemble – unter anderem als Erweiterung für das Mandarin Oriental Hotel. Immobilienreport sprach mit Wolfgang Roeck, Geschäftsführer der Wöhr + Bauer GmbH, über das Projekt im Herzen der Münchner Altstadt.

 

immobilienreport: Herr Roeck, Sie errichten anstelle des Parkhauses in der Hildegardstraße (Bild links) ein Ensemble aus zwei Stadthäusern. Nachdem im Architektenwettbewerb zuerst der Entwurf von Nieto Sobejano Arquitectos den 1. Preis gewann, wird nun der überarbeitete Entwurf von Hild und K verwirklicht?

Wolfgang Roeck: Ja, der Entwurf von Nieto Sobejano Arquitectos hatte zwar die Mehrheit der Jury überzeugt, ließ sich jedoch nicht mit den Anforderungen der Denkmalschützer sowie weiterer Teile der Stadt in Einklang bringen. Versuche, den Siegerentwurf an diese Anforderungen anzupassen, erwiesen sich als unvereinbar mit den Vorgaben der Denkmalschützer. Der Entwurf, der diesen Anforderungen allein entsprach, war der von Hild und K. Er ordnet sich in das bestehende Altstadtensemble ein und wird seine besondere Qualität im Sinne der Vorgaben entfalten.

immobilienreport: Sie hatten mit dem von 2005 bis 2008 erbauten Angerhof bereits ein Neubau mit Wohn- und gewerblicher Nutzung in der Altstadt anstelle eines Parkhauses realisiert. Nun ist der Planungsvorlauf deutlich langwieriger?

Roeck: Damals hatte die Entscheidung des Preisgerichts zugunsten des Entwurfs von Steidle Architekten den Anforderungen der Stadt standgehalten. Beim Angerhof gab es von den Anforderungen des Denkmalschutzes nur das gegenüberliegende Kloster St. Jakob am Anger zu berücksichtigen. In der Hildegardstraße erwiesen sich die Vorgaben aus dem umliegenden Ensemble und der denkmalgeschützten Gebäude, wie der Schule, nach Meinung der Heimatpfleger als unvereinbar mit dem Siegerentwurf.

immobilienreport: Sie haben das Grundstück allein erworben, verwirklichen nun aber die beiden Gebäude zusammen mit der Mandarin Oriental Group. Andere Entwiclungen, wie beispielsweise das an Wealth Cap veräußerte Brainlab Headquarter entwickeln Sie alleine. Weshalb realisieren Sie nun das Projekt gemeinsam mit der Mandarin Oriental Hotel Group?

Roeck: Wir hätten beide Gebäude auch allein bauen können. Es war mir aber von vornherein klar, dass die Zusammenarbeit mit der Hotelgruppe Mandarin Oriental Hotel sehr sinnvoll ist, da diese aufgrund ihrer begrenzten Räumlichkeiten dringend zusätzlichen Platzbedarf hatten. Es war daher von Anfang an unsere Philosophie, die Entwicklung in enger Abstimmung mit dem Hotel durchzuführen, das auch einen erheblichen Teil eines Stadthauses nutzen wird, das gegenüber dem heutigen Hotel stehen wird.

immobilienreport: Was beabsichtigt das Mandarin Oriental Hotel mit dem Neubau?

Roeck: Die Hotel-Erweiterung gegenüber dem aktuell bestehenden Gebäude des Mandarin Oriental Hotels wird zusätzlich rund 50 Hotelzimmer, einen neuen Spa- und Wellnessbereich sowie ein neues Restaurant mit Bar umfassen.

immobilienreport: Planen Sie darüber hinaus eine weitere Nutzung für den Neubaukomplex?

Roeck: Ja, es wird in den Neubauten Wohnungen geben, die unter dem Namen „Residences at Mandarin Oriental“ auch auf den Hotelservice des Mandarin Oriental zurückgreifen können. Geplant ist zudem die gewerbliche Nutzung durch mehrere Ladengeschäfte und Büros. Auch wird es eine Tiefgarage mit rund 140 Stellplätzen und einen Ladehof geben.

immobilienreport: Wann werden Sie mit dem Bau beginnen?

Roeck: Sobald unter dem Thomas-Wimmer-Ring die neue dreigeschossige Tiefgarage „Tom“ fertiggestellt ist, kann das bisherige Fina-Parkhaus abgerissen werden. Dies wird vorrausichtlich 2019 sein. Danach können wir mit dem Bau der beiden Gebäude beginnen, die wir bis 2022 fertig stellen wollen.

immobilienreport: Herr Roeck, Danke für das Gespräch.

Das Interview führte Ulrich Lohrer

 

Bilder: oben groß – Oliver Vogt, Wolfgang Roeck (stehend, Wöhr + Bauer), Stadtbaurätin Elisabeth Merk (Landeshauptstadt München), Christoph Mares (Mandarin Oriental Hotel Group – Europa, Mittlerer Osten, Afrika, Indien), Wolfgang Greiner (Mandarin Oriental Hotel München); Wolfgang Roeck (Woehr + Bauer)