kadawittfeldarchitektur

In den vergangenen drei Jahren füllte das Aachener Architekturbüro kadawittfeldachitektur recht häufig die Artikel und die Berichterstattungen zu Wettbewerbsergebnissen der Publikationen. Vor allem mit den Verwaltungsgebäuden für den Sportartikelhersteller adidas in Herzogenaurach und dem Direktionsgebäude des Versicherungsunternehmens AachenerMünchener sowie dem Keltenmuseum Glauberg wurde den Aachener Aufmerksamkeit zuteil.

Bereits zwischen 1971 bis 1985 ging der Österreicher Klaus Kada (*1940) eine Partnerschaft mit Gernot Lauffer ein, gründete 1976 ein eigenes Büro in Leibnitz und später in Graz (1988). Als Universitätsprofessor verlagerte er seine Tätigkeit nach Aachen, wo er von 1995 bis 2006 Lehrstuhl für Entwerfen und Gebäudelehre an der RWTH - Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule einnahm und 1996 sein neues Büro gründete.  1999 wurde Gerhard Wittfeld (* 1968 in Moers) Partner des wenig später in kadawittfeldarchitektur (2000) umbenannten Architekturbüro.  Kadawittfeldarchitektur hat zur Zeit über 70 Mitarbeitern.  Zu den bekannteren verwirklichten Projekten gehören die Fachhochschule in Salzburg-Urstein, die Konzernzentrale der Pappas Gruppe in Salzburg, das Direktionsgebäude der AachenMünchener Versicherung in Aachen, das Forschung- und Entwicklungsgebäude adidas Laces in Herzogenaurach, das Keltenmuseum in Glauberg und den Salzburger Hauptbahnhof.

„In einem jungen, kreativen Team mit derzeit über 70 Mitarbeitern schaffen wir Mehrwert-Architektur als Lebensraum, Kommunikationsraum, Wohnraum und Arbeitsraum. Unter zeitgemäßer, nachhaltiger Architektur verstehen wir Gebäude und Orte, die Funktionalität, räumlichen und ästhetischen Anspruch, Ökologie und Wirtschaftlichkeit als dauerhaften Beitrag zur Stadt verbinden, dem Nutzer wie der Öffentlichkeit verpflichtet.“ kadawittfeldarchitektur

 

Direktionsgebäude AachenerMünchener Versicherung, Aachen (2007 -2010)

Der Erweiterungsbau bmit 1700 Arbeitsplätzen besetzt zwei Blöcke der gründerzeitlichen Stadtstruktur und interpretiert deren typische Blockrandbebauung mit den halböffentlichen, durchgrünten Innenhöfen neu. Die gesamtstädtische Abfolge von Aufweitungen und Plätzen wird um die großzügige Freitreppe und den sich daraus entwickelnden Platz erweitert. Bestandsgebäude und Neubauten werden mit dem zentralen Element des inneren Boulevards zu einem Haus verbunden. Der Boulevard ist eine transparente Ebene, auf der Konferenzbereiche, Kantine, Cafeteria, Sitzungszimmer und Kommunikationszonen angeordnet sind. Einem Straßenraum gleich weitet er sich zu kleinen Plätzen mit differenzierten Qualitäten auf: Er schwebt durch die vielfältig gestalteten Gärten im Blockinneren und öffnet sich am Haupteingang und am neuen ‘Pocket-Park‘ repräsentativ zum Straßenraum.

 

 

Patrizia Headquarter Augsburg (2008 – 2010)

Der Erweiterungsbau schließt die Lücke zwischen dem Stammhaus der Firma mit seiner tiefen Beton-Fassade aus den 60er Jahren und dem ‚Hongkonghaus‘, die beide unter Ensembleschutz stehen. Der Neubau interpretiert deren markante Fassaden mit horizontal mäandrierenden Loggia-Bändern, die dynamisch mit dem gegenüberliegenden Gründerzeitbau kontrastieren. Eine geneigte Glasfuge sorgt für respektvollen Abstand zum Bestand. Der neue, an die Arkaden des Bestandshauses anschließende Haupteingang empfängt seine Besucher durch das lichtdurchflutete Foyer mit Blick auf das gegenüberliegende Theater. Pro Etage entstehen bis zu drei autarke und flexibel gestaltbare Büroeinheiten mit gleichwertigen Adressen. Die elegante zweischalige Fassade schiebt sich etagenweise versetzt aus der Bauflucht heraus und lässt wintergartenähnliche Raumerweiterungen entstehen, die gleichzeitig Lärmschutz und die individuelle, natürliche Belüftung der Büroräume gewährleisten.

 

Keltenmuseum Glauburg (2008 – 2011)

Das Keltenmuseum fügt sich als klar konturierter und eindeutiger Baukörper in die Landschaft ein. Halb in den Hang gesteckt richtet es sich zum Keltenhügel aus und lässt dabei bewusst den Grabhügel Hauptakteur sein. Dessen zentrale Funktion als landschaftliches Element wird durch das Museum als ein „Wahrnehmungsverstärker“ unterstützt. Unter dem Körper befindet sich der Eingangsbereich mit Café und Nebenräumen. Dieser dient als Start- und Endpunkt für die Erkundung des Museums und den Rundgang auf dem archäologischen Lehrpfad. Im Gebäude befinden sich sämtliche Funktionen des Museums. Eine Treppenrampe lässt den Besucher langsam in die Ausstellung aufsteigen. Als letzter Teil der Ausstellung bietet ein großes Fenster einen beeindruckenden Ausblick auf den Grabhügel, der so zum Ausstellungsstück wird. Das Dach als Aussichtsplattform ermöglicht den Rundblick in die Landschaft und gibt den ‚Himmel’ frei, - die gesamte Umgebung wird zur Entdeckung.

 

Adidas Laces, Herzogenaurach (2008 - 2011)

Das neue Laces  fügt sich als schwebendes Pendant zu dem schwarzen, liegenden Baukörper des adidas Brand Centers in das bestehende Ensemble der „World of Sports“ ein. Ringschlüssig aufgereiht öffnen sich die Büroflächen mit großzügigen Verglasungen zum atmosphärischen Innenraum und zu dem bemerkenswerten Landschaftsraum. Die das Atrium überspannenden Verbindungsstege, die Laces, „schnüren“ den Baukörper gleichsam zu einem vielschichtig beziehungsreichen Bürogebäude zusammen. Sie ermöglichen ein Höchstmaß an Interaktion und lassen offene Kommunikationsbereiche entstehen. Als filigrane Verbindungsbrücken verweben sie den Innenraum zu einem poetischen Raumgefüge und machen damit die besondere kreative Atmosphäre des Hauses ablesbar. Es entsteht ein inspirierender Ort für die Forschung und Produktentwicklung.

 

Salzburger Hauptbahnhof (2009 – 2014)

Zielsetzung war die Optimierung der Gleiszugänge und Überdachung der neuen Bahnsteige des bestehenden Hauptbahnhofes. Durch die Aufweitung der Gleisunterführung zu einer Ladenpassage und durch deren natürliche Belichtung über großzügige Bahnsteigzugänge wird der Zugang zu den Gleisen vom dunklen Erschließungsraum zur öffentlichen Fußgängerzone aufgewertet. Die Neuordnung des Salzburger Bahnhofs schafft auch öffentlichen Raum und verbindet bislang voneinander getrennte Stadtteile. Die den Gleisen folgenden, geschwungenen Bahnsteigdächer schmiegen sich mit respektvollem Abstand an die behutsam sanierte, filigrane, historische Bahnsteighalle und bilden eine großzügige, geschlossene Dachfläche über den Gleisen. Der Neubau interpretiert die Bewegung der anfahrenden und abbremsenden Züge und verleiht dem Bahnhof so sein unverwechselbares Image. Über die restaurierte historische Empfangshalle erschlossen, verknüpft die Passage als landschaftlich bewegter, urbaner Raum mit großzügigen Lufträumen.

 

Neue Direktion Köln

2012 gewann kadawittfeldarchitektur den Wettbewerb für den Umbau der ehemaligen Bundesbahndirektion in Köln zu 26.000 Quadratmetern  Premium-Büroflächen. Die ehemalige Bundesbahndirektion liegt am Konrad-Adenauer-Ufer vis-à-vis zum Rhein und in unmittelbarer Nähe zum Kölner Hauptbahnhof. Der Entwurf berücksichtigt den denkmalgeschützten Bestand sowie das historische Fassadenbild und entwickelt eine zeitrichtige und moderne Lösung für das im zweiten Weltkrieg zerstörte Mansarddach. Metallene Bänder umhüllen die insgesamt vier Dachgeschosse und zeichnen mit ihrer Neigung die historische Dachkontur nach, die lange Zeit die Rhein-Silhouette der Domstadt prägte. Die hinter den Bändern liegende Glasfassade folgt nicht der ursprünglichen Dachschräge, sondern steht orthogonal zu den Geschossplatten. Im umlaufenden Fassadenzwischenraum entstehen Dachterrassen mit atmosphärischem Mehrwert und einem Panoramablick auf  die Stadt.  Die denkmalgeschützte Fassade der unteren vier Geschosse wird aufgearbeitet und umfassend saniert; die imposante, historische Eingangshalle wird originalgetreu in den Neubau integriert. Drei erdgeschossige Hauptzugänge am Konrad-Adenauer-Ufer ermöglichen eine Aufteilung in verschiedene Mietbereiche. Diese erfüllen alle Anforderungen an moderne, flexible Büroflächen, die vom Zellenbüro bis zum Businessclub alle zeitgemäßen Arbeitsplatzkonzepte abdecken können.

 

 

Bilder: Adidas Laces: Adidas Pressestelle; Direktionsgebäude AachenerMüncchner: AachnerMünchner/Jens Kirchner; Patrizia Headquarter: Patrizia AG;  Keltenmuseum am Glauberg: Sven Teschke; Hauptbahnhof Salzburg: kadawittfeldarchitektur/Taufik Kenan; Direktion Köln: kadawittfeldarchitektur/Hochtief Projektentwicklung