Schwanthalerhöhe: Richtfest für Wohnungen und neue Bibliothek

Mit der Errichtung von 25 Wohnungen und einer neuen Stadtteilbibliothek findet die Sanierung des Westend ihren Abschluss. Nun fand das Richtfest für den architektonisch-elegant in einem Hinterhof eingefügten Gebäudekomplex statt.

 

Auf dem dicht bebauten Grundstück im Bezirk Schwanthalerhöhe prangte früher eine große Stahl-Gewerbehalle mit 1450 Quadratmetern inmitten von Wohnbebauung. Bereits 2004 hatte die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mbH (MGS) als Sanierungstreuhänderin der Landeshauptstadt München, das Grundstück erworben. Daraufhin wurde mit der Landeshauptstadt München ein Neuordnungskonzept erarbeitet, das zu einer Verbesserung der städtebaulichen Situation im Westend beitragen soll. Im Rahmen der Sanierung wurde mit den ehemaligen Firmen nach geeigneten Standorten gesucht, bevor die Stahlhalle demontiert und jetzt an anderer Stelle wieder aufgebaut wurde.

Am 14. Mai wurde das Richtfest für den neuen Gebäudekomplex mit neuer Stadtteilbibliothek und 25 geförderten Wohnungen gefeiert. Unter den Teilnehmern befanden sich Bezirksausschuss-Vorsitzenden Ludwig Wörner, Stadtbaurätin Elisabeth Merk, Kulturreferent Hans-Georg Küppers und der Geschäftsführer der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS), Ulf Millauer. Die Planung und die Errichtung des Gebäudes hatte aufgrund seiner unterschiedlichen Nutzungsarten und seiner Lage im Hinterhof einer bestehenden Wohnbebauung besonders an die prpm Architekten und an die Projektleiterin hohe Anforderungen gestellt.

Die Stadtbibliothek Westend - bisher an der Schrenkstraße 6 - findet in der Schießstättstraße 18-22 ihr neues Domizil. Mit einer Ausleihfläche von 520 Quadratmetern - fast doppelt soviel wie am bisherigen Standort, Schrenkstraße 6 – wird das Angebot mit 25.000 Medien, einem eigenen Kinderbereich und einem Lesegarten deutlich erweitert werden. Kostenloses WLAN und ein Rückgabeautomat, der 24 Stunden zugänglich ist, werden ebenfalls zur Ausstattung gehören.

Die  Stadtbibliothek sei weit mehr als ein Ort, an dem man Bücher ausleiht - sie ist Treffpunkt für alle, kultureller Veranstaltungsort und auch wichtiger Bildungspartner, betonen die Verantwortlichen des Münchner Kulturbetriebs. „Im Westend bietet die Stadtbibliothek künftig ein deutlich erweitertes Medien- und Programmangebot“, sagt Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München. „Es ist auf die heutigen Bedürfnisse des Viertels zugeschnitten und interkulturell ausgerichtet."

Wie Architekt André Perret von prpm Architekten (links im Aufmacherbild oben) erläuterte, besteht die Wohnanlage aus drei zusammenhängenden Baukörpern, die sich an die benachbarte Grenzbebauung im Süden und Westen angliedern. Das Flachdach ist mit extensiver Begrünung und leistet einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung des Kleinklimas. Um die zentralen Räume der Bibliothek über die erforderliche Höhe von zwei Geschossen errichten zu können, wurde der Bereich der Bibliothek tiefer gelegt. Die Beleuchtung erfolgt vor allem durch großzügige Fensterbereiche im Süden von einem Innenhof mit einem Lesegarten und von dem Eingang im Osten.

In dem fünfgeschossigen Gebäude entstehen 25 einkommensorientiert geförderte Miet- wohnungen auf 1694,7 Quadratmetern Wohnfläche mit Loggien und Balkonen. Zudem eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen.

Eine Besonderheit ist die über 1450 Quadratmeter große Freifläche. Es entstehen Kinderspielsplätze, es werden Obstbäume gepflanzt und Rasen gesät. Die Erdgeschoßwohnungen erhalten Sondernutzungsbereiche, die durch Hecken abgeschirmt sind. Der gesamte begrünte Innenhof ist zu den Nachbargrundstücken geöffnet und bietet viel Raum auf dem ehemaligen gewerblich genutzten Grundstück.

Nach dem nun anschließenden Innenausbau wird mit der Fertigstellung des Gebäudes im Herbst 2014 gerechnet.

 

Visualisierung: prpm Architekten