Architekturpreis: Perrault erhält Praemium Imperiale

Die Japan Art Association vergibt jährlich den mit 15 Millionen Yen (rund 110.000 Euro) dotierten Praemium Imperiale für ein künstlerisches Lebeswerk in den Kategorien Malerei, Skulptur, Architektur, Musik sowie Film. Der diesjährige Preisträger in der Kategorie Architektur ist der Franzose Dominque Perrault. Auch ein deutscher Künstler wurde ausgezeichnet.

 

Das Praemium Imperiale, der „Weltkulturpreis zum Gedenken an seine Hoheit Prinz Takamatsu“,  gilt als Nobelpreis für Künstler und Künstlerinen. In diesem Jahr erhalten den renommierten Preis der japanische Grafikdesigner Tadanori Yokoo (Kategorie: Malerei), der deutsche Bildhauer Wolfgang Laib (Kategorie: Skulptur), die britische Pianisten japanischer Herkunft Mitsuko Uchida (Musik) sowie die französische Tänzerin und Choerografin Sylvie Guillem (Kategorie Film/Theater). 

In der Architektur wird in diesem Jahr Dominique Perrault (siehe Bild links) geehrt. Einfallsreich gelinge es diesem, seine Bauten „sowohl als Landschaft als auch als Skulpturen wahrnehmen zu lassen.“ Darin manifestiere sich seine Philosophie, dass Architektur „stets mit ihrer Umgebung harmonieren sollte, sei es im urbanen Raum oder in der Natur.“ Als Architekt müsse man dabei immer an die Stadtplanung denken, an die Stadt als Ganzes.

Dass der französische Stararchitekt Perrault den Praemium Imperiale der Künstler erhält, passt auch, weil Perrault ursprünglich Maler werden wollte und erst spät zur Architektur fand. Zu Perraults bekanntesten Werken gehören die Französische Nationalbibliothek in Paris (ab 1989-1996), das Velodrom in Berlin (1993-1999), das Rathaus in Innsbruck (2002/ mit den Münchner prpm Architekten) und der DC Tower 1 in Wien (2010-2013 - Bild oben).

„In Städten wird Leere mitunter als positiv empfunden, manchmal wirkt sie aber beunruhigend. Meine Aufgabe ist es, diesen leeren Räumen Qualität und Charakter zu verleihen“, erläutert Perrault seinen Anspruch.

Nach Jean Nouvel, der den Preis 2002 bekam, ist Dominique Perrault erst der zweite französische Laureat. Er reiht sich damit ein in einen illustren Kreis ein. Zuletzt erhielten den Praemium Imperiale in der Kategorie Architektur der Amerikaner Steven Holl (2014), der Brite David Chipperfield (2013), der Däne Henning Larsen (2012), der Mexikaner Ricardo Legorreta (2011) und der Japaner Toyo Ito /2010). Neben dem Pritzker-Preis gilt er als der international renommierteste Architektur-Preis.

Quelle: Pressemeldung Praemium Imperiale vom 10.09.2015

Bilder: Dominique Perrault 2011 im Interview mit Domus China, DomusChina06; View of Carrer de Pere IV with the ME Barcelona hotel in the background; Foto: Manuellebron; DC Tower 1 - Die Donau City in Wien von der Donauinsel gesehen am 28. August 2014; Rftblr