Kunst und Architektur - oder made in Hasenbergl

Der Architekt Peter Ottmann arbeitet gerne eng mit Künstlern zusammen. Jede Arbeit erhält eine eigene Note, die aus der Verbindung der künstlerischen Arbeit und der Funktion des Gebäudes resultiert. Im Hasenbergl konnte er gleich an mehreren Projekten zeigen, zu welchen Ergebnisse dies führt.

 

Peter Ottmann beschäftigt sich seit seinem Diplomabschluss der Architektur an der TU München mit der Verbindung von Kunst und Architektur. Seit 1994 arbeitet er als freischaffender Architekt in München und Berlin. Ein interessantes Projekt im Rahmen der Stadterneuerung des Hasenbergls war die Realisierung einer Reihe von Bauprojekten in Verbindung mit Künstlern. Der Architekt Peter Ottmann gründete zusammen mit Michael Sturm – dem Leiter der Initiative „Junge Arbeit“ – die „Bauhütte Hasenbergl.“

Seit 1997 entstanden sieben Projekte von Künstlern zusammen mit der Bauhütte, die sich trotz der Vielschichtigkeit der gestalterischen Ansätze durch ein hohes Maß an ästhetischer Homogenität und durch die Einbindung junger Menschen aus dem Quartier auszeichnen. Dazu zählen Wohngebäude und Innenhöfe (Farbgestaltung von Scarlet Berner), ein Seniorenpavillon (mit audiovisuellen Interviews nach einer Idee von Michael Schulze), ein Fitnesspark (mit Raumteilern aus verschiedenen Holzfurnierarten von Martin Wöhrl)  sowie die Werkstätten für Malerei, Siebdruck und Schreinerei "Junge Arbeit“ (Bild rechts, Gestaltung der Terrazoböden von Aribert von Ostrowski), die aus der „Bauhütte Hasenbergl“ hervorgingen.

 

 

Am augenfälligsten zeigt sich die künstlerische Gestaltung eines neuen Platzes gegenüber der damals ebenfalls neu erbauten Markthalle/Ladenzeile. Ursprünglich war das Hasenbergl als durchgehender Grünraum mit kleinen Gruppen zum Verweilen konzipiert. Dagegen fehlte ein offener und multifunktional genutzter Platz, dessen Rolle nun der vom Künstler Albert Hien gestaltete Pfarrer-Steiner-Platz einnimmt. In der Platzmitte befinden sich eine Folge von intarsierten Buchstabensteinen, die vom Kiefernwäldchen im Süden bis zur Platzkante wandern. Wie die Terrakottawand der Ladenzeile wurden sie von der "Bauhütte Hasenbergl“ angefertigt.

 

 

Im kleineren Maßstab wurde eine ähnliche Idee nach dem Konzept der Künstlerin Iris Häussler im Kindergarten Linkstraße (Bild links) verwirklicht. Dort wurde eine Abfolge von Reliefplatten integriert, die nach von den Kindern gesammelten Fundstücken wie Spielzeug, Zahnbürste oder Bestecke in Wachstechnik angefertigt wurden (Bild oben rechts und Bild links). Nun feiern diese Projekte ihr zehnjähriges Bestehen.

Peter Ottmann

Peter Ottmann wurde 1957 geboren und entstammt einer Münchner  Unternehmerfamilie (Südhausbau), die sich der Entwicklung und Gestaltung von Immobilien und Wohnanlagen widmete. Nach dem Himanistischen Gymnasium studierte er an der Technischen Universität München Architektur und schloss das Studium 1983 mit dem Diplom ab. Seit 1988 führt er projektbezogene Kooperationen mit Künstlern durch und seit 1994 arbeitet er als freischaffender Architekt in München und Berlin.

Arbeiten, Projekte und Werke (Auswahl)

1982: Wohnhaus Ravensburger Ring, München

1988: Überarbeitung Platzanlage am Westkreuz (mit Stephan Huber), München

1989: Wohnhäuser mit Gartenanlage (Stephan Huber), Langwasser, Nürnberg

1989: Wohnanlage Poing

1992: Platzgestaltung (mit Albert Hien), Poing

1997: Sanierung Wohnsiedlung Neugablonz (mit Scarlett Berner), Kaufbeuren

1998: Wohnungen für Alleinerziehende (mit Aribert von Ostrowski), Weißensee, Berlin

1999: Wohnhaus Garibaldistraße, Berlin

2000: Otto-Steiner-Platz (mit Albert Hien), Hasenbergl, München

2001: Restaurierung Bauernhaus und Anbau, Bad Tölz

2001: Umwandlung zu Bürgertreff La Fattoria (mit Scarlett Berner), Ingolstadt

2002: Fitnesscenter  (mit Martin Wöhrl), Hasenbergl, München

2002: Seniorenpavillon (mit Michael Schultze), Hasenbergl, München

2002: Foyer Junge Arbeit (mit Aribert von Ostrowski, Gunna Schmidt), Hasenbergl, München

2002: Markthalle 1, Hasenbergl, München

2003: Markthalle 2, Hasenbergl, München

2003: Ladenzentrum (mit Nol Hennissen), Hasenbergl, München

2003: Neugliederung des Verwaltungsbaus von Sep Ruf (mit Martin Wöhrl), Goethestraße, München

2004: Wohnen für alleinerziehende Mütter, München

2005: Sanierung des Postamt-Ensembles von Vorhoelzer (mit Scarlett Berner), Frauenhoferstraße, München

2007: Sanierung und Umnutzung Villa Dürckheim, Weimar

2009: Currywurstbude Neue Balan (mit Martin Wöhrl), München

2010: FH Infanteriestraße (mit Andreas Neumeister), München

2012: Betonskulptur Le Mystère de Munich (mit Rudolf Herz), München

2012: Kindergarten, Adigrat, Äthiopien

2014: Neugestaltung einer Wohnung von Le Corbusier Unité d´Habitation (mit Martin Wöhrl), Berlin

2014: Wohnhaus Michaelstraße, Murnau

Literatur:

Robert Stalla (Texte, Hrsg.): Bauen mit Künstlern – Architekt Peter Ottmann, Park Books, gebunden, 240 Seiten; 38,00 Euro

Weitere Informationen:

Internetseite: Ottmann Architekten

Bilder: Ottmann Architekten