Zwischen Schlosspark und Gleisbiotop

Zwischen Schlosspark und den Gleisanlagen entsteht das Schlossviertel Nymphenburg. Grünanlagen, ein Sportzentrum und viele Wohngebäude sind bereits erstellt. Nun wird der letzte Bauabschnitt mit wohnungswirtschaftlich und gewerblich genutzte Gebäuden angegangen. Das Projekt nähert sich der Vollendung.

 

 

Entlang den Gleisen oberhalb der Laimer Unterführung hat sich ein eigenes Biotop entwickelt. Eidechsen sonnen sich auf Betonplatten und Kieselsteinen zwischen Mohnblumen, Schilfgras und Disteln. Sie lassen sich nicht durch die vorbeifahrenden Züge und den Baulärm stören.

An der angrenzenden Baustelle herrscht Betriebsamkeit. Bagger führen Erdarbeiten durch, während im gegenüberliegenden Rohbau des Ambigon die Handwerker bereits an den Innenausbauten arbeiten. Als Teil der Stadtentwicklung der Zentralen Bahnanlagen ist das Schlossviertel Nymphenburg jedoch weitgehend abgeschlossen.

„Es werden noch die zwei Bauabschnitte der Concept Bau – Premier realisiert, und auf der anderen Seite der Wotanstraße steht noch ein Grundstück an den Gleisanlagen zur Verfügung“, sagt Markus Diekow von der CA Immo in München. „Dieses letzte Areal wird zur Zeit noch von der Deutschen Bahn genutzt bis klar ist, was mit dem Ausbau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke passiert.“

Federführender Projektentwickler ist die CA Immo – die vor Kurzem noch unter den Namen Vivico auftrat. Zusammen mit anderen Projektentwicklern und der Stadt München erschloss der Immobilienkonzern das 45 Hektar große Gelände.

 

Zwischen Nymphenburger Park, den Gleisanlagen am Laimer S-Bahnhof und dem Hirschgarten entstanden rund 1200 Wohnungen.

Die 60.000 Quadratmeter Fläche für Büro und Gewerbe befinden sich dagegen – mit dem CA Immo Projekt Ambigon – noch im Bau (Bild links oben). Der Gebäuderiegel entlang der Wotanstraße ist aber bald bezugsbereit und wird mit einem Ärztehaus und einem Einzelhandelsbereich mit den Lebensmittelhändler Aldi und Rewe die Versorgung des neuen Viertels deutlich verbessern. 

Bereits 2005 wurden die Einrichtungen des ESV München –  die Abkürzing für den Eisenbahner Sportverein München – verlagert und neue Sportanlagen im Südwesten errichtet. Sie enthalten eine Dreifach-Sporthalle, eine Tennishalle und das Sportzentrum (Bild links) mit Hallen für Badminton und Handball sowie für Sportarten wie Judo und Ju-Jutsu. 

 

Daneben lässt die Stadt München gerade einen Komplex aus Grundschule und einer weiterführenden Schule sowie einem Tagesheimhort erstellen.

Als Teil Nymphenburgs, eines der traditionell nobelsten Bezirksteile Münchens, sind auch die Neubau- wohnungen am Schloßpark im gehobenen Segment angesiedelt. Die Quadratmeterpreise der von Concept Bau - Premier angebotenen 55 bis 167 Quadratmeter großen Wohnungen liegen je nach Größe und Lage zwischen 4000 und 5400 Euro (Penthäuser mit Dachterrasse) aufgrund der Nähe zu den Gleisen im mittleren Bereich. „85 Prozent der Wohnungen sind bereits verkauft“, sagt Emmanuel Thomas, Geschäftsführer von Concept Bau - Premier. „Die gerade im Bau befindlichen 58 Wohneinheiten im ersten Bauabschnitt sollen bis Ende nächsten Jahres fertiggestellt sein, die 22 Einheiten für Wohnen und Gewerbe des zweiten Bauabschnitts werden Anfang 2013 bezugsfertig sein.“

Grundsätzlich gilt, je näher am Schloß, desto höher die Preise in Nymphenburg. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts erbauten Projektentwickler wie Heilmann und Littmann Reihenhäuser, die Gebrüder Rank Jugendstilvillen (Bild oben) und August Thiersch Landhäuser.

An der Preisspitze liegen die Immobilien an der nördlichen Zucalli-Straße. Dort bietet der Bauherr Lorenz & Rademacher eine 277 Quadratmeter große Neubauwohnung für 2,5 Millionen Euro an. Nebenan wurde das Ordenshaus der Jesuiten im Landschaftsschutzgebiet, das der Architekt Paul Schneider-Esleben 1963 bis 1965 als strukturalistischer Sichtbetonbau errichtet hatte, zu Luxuswohnungen umgebaut (Bild links). Die Mattusch Wohnbau offeriert eine Acht-Zimmer-Anlage mit 670 Quadratmetern für knapp neun Millionen Euro.

Gut haben es da die Echsen an den Gleisen: Sie wohnen zwischen Mohnblumen gratis.

 

 

Das Viertel in Zahlen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Schlossviertel Nymphenburg ist ein Neubauquartier innerhalb Nymphenburgs, das heute ein Teil des Stadtbezirks Neuhausen-Nymphenburg ist. Die Erschließung mit vorwiegend Wohnungsbauten erfolgt auf beziehungsweise nahe dem Gebiet ehemaliger Gleisanlagen und ist Teil des Megaprojekts Zentrale Bahnanlagen. So schließt das Neubauviertel im Osten an ein anderes an, das des Hirschgartens/Birketweg.

Einwohner:

Im neuen Viertel leben überdurchschnittlich viele junge gut verdienende Familien mit Kindern. Der Altersdurchschnitt in Bezirksteil Nymphenburg ist wohl etwas höher als in dem Neubauquartier Schlossviertel Nymphenburg, liegt aber unter dem Durchschnitt der Stadt. Der Ausländeranteil in Nymphenburg ist unterdurchschnittlich.

Infrastruktur:

Die S-Bahnhaltestelle Laim liegt direkt an den angrenzenden Gleisanlagen, in etwa fünfzehn Minuten Fahrzeit ist man mit der S-Bahn am Marienplatz. Ein Kinderhort, eine Grund- und weiterführende Schule befindet sich an den Gleisanlagen im Bau. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten gibt es an der Wotanstraße und  auf der anderen Seiter der Laimer Unterführung. Im Herbst eröffnen zudem Aldi und Rewe im Ambigon. Das Sportzentrum direkt im Viertel neben den Gleisanlagen bietet das gesamte Spektrum an sportlichen Möglichkeiten. Neben den neu angelegten Grünanlagen mit Kinderspielplätze innerhalb des neuen Viertels bieten aber vor allem der Schloßpark und die Parkanlage des Hirschgartens mit Münchens größtem Biergarten ein breites Freizeitangebot. Das Schloß Nymphenburg gilt als eines der wichtigsten kulturhistorischen Bauwerke Münchens und bietet heute Raum für verschiedene Museen.

 

Immobilien:

Der Bezirksteil Nymphenburg ist mit seiner weitgehend lockeren Villenbebauung eines der besten Wohngegenden Münchens. Traditionell wohnten in der Nähe des Schlosses Adlige und das gehobene Bürgertum. Entsprechend hoch sind hier die Preise und Mieten im Vergleich zum Stadtdurchschnitt. Im Immobilienportal immobilienscout24 wird ein durchschnittlicher Angebotspreis von 7200 Euro pro Quadratmeter für Nymphenburg genannt. Die Preise variieren stark nach Lage und Größe der Objekte. Generell gilt: Je näher zum Schloß, desto höher Preise und Mieten.

Innerhalb des Neubauquartiers Schlossviertel Nymphenburg entlang der Gleisanlagen sind die Preise relativ moderat. Einzelprojekte wie der „Wittelsbacher Hof“ und die „Schlossperle“ wurden bereits realisiert. Für Eigentumswohnungen – die aber bereits weitgehend verkauft wurden – waren Quadratmeterpreise zwischen 3500 und 5000 Euro üblich. Mietwohnungen wurden zwischen 13 und 16 Euro pro Quadratmeter angeboten, sind aber zur Zeit kaum unter 15 Euro pro Quadratmeter zu haben.