Gute Aussicht am Hirschgarten

Das größte städtebauliche Entwicklungsgebiet Münchens sind die "Zentralen Bahnanlagen". Den größten Anteil nimmt dabei der Abschnitt südöstlich des Hirschgartens ein. Während die Bebauung direkt am Hirschgarten weitgehend abgeschlossen ist, entstehen an der Friedenheimer Brücke nun die weit höhere Gebäude.

 

Zu den großen Stadtentwicklungsgebiete der vergangenen Jahren zählten und zählen in München die „Zentrale Bahnflächen“. Der Teilbereich Birket- weg/Hirschgarten ist davon mit 60 Hektar am größten. Er erstreckt sich von der Donnersbergerbrücke bis zum westlichen Ende des Hirschgartens und soll bei Fertigstellung Wohnraum für etwa 6000 Einwohner und Arbeitsplätze für rund 6000 Menschen bieten.

Seit die Stadt im März 2007 den Bebauungsplan beschlossen hatte, wurden vom Hirschgarten im Westen Ein- und Mehrfamilienhäuser und relativ niedrige Geschosswohnungsgebäude errichtet. Nun stehen die Baukräne an den weitgehend bebauten Flächen westlich an der Friedenheimer Brücke (siehe Bild links, Blick von friends nach Westen). Bei der Wilhelm-Hale-Straße in der Nähe der neuen S-Bahnhaltestelle Hirschgarten. Hier liegt mit dem Büro- und Einzelhandels-Ensemble Hirschgarten Forums (Eigentümer: Union Investment) das Zentrum des Viertels. Dies ist an der Höhe der Häuser erkennbar, da hier deutlich „stärker verdichtet“ wird als im bereits erbauten westlichen Teil des Quartiers.

LBBW Immobilien startete im Januar 2014 mit der Vermarktung seiner zweier 53 Meter hohen Wohntürme mit dem Namen friends am Hirschgarten. Dabei greift der Projektentwickler mit dem vom Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner gestalteten Hochhäusern mit der markanten Fassadengestaltung aus vorspringenden Erkern mit etwa 260 Wohnungen den Trend zum „Sharing“ für einzelne Bereiche der Immobilien auf. So sollen in den Sharing-Spaces alle Bewohner gemeinsam die Dachterrassen und eine Kitchenlounge nutzen können. Noch 2016 sollen die Wohnungen der beiden Türme bezugsfertig sein.

Im Zusammenhang mit den friends entstehen zudem zwei gewerblich genutzte Gebäude, die ebenfalls von Allmann Sattler Wappner geplant wurden. So hat dort die Optima-Aegidius-Firmengruppe ein Bürogebäude errichtet, an der Wilhelm-Hale-Straße entsteht zudem ein Hotel.

Östlich dieses Gebiets an der stadteinwärtsliegenden Seite der Wilhelm-Hale-Straße werden demnächst große Bürogebäude entstehen. Dort wollen die Aurelis Real Estate und OFB Projektentwicklung vier Gebäude errichten. Sie sollen auf dem noch freien Baugrund östlichen der Wilhelm-Hale-Straße – Friedenheimer Brücke, südwestlich der markanten Paketposthalle, entstehen. Aufgrund der geplanten Höhe könnte der Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg hier ein neues Wahrzeichen erhalten. Den Zuschlag erhielt 2015 der niederländische Architekt Weil Arets für die vier Bürogebäude an der östlichen Seite der Wilhelm-Hale-Straße.

Bei der bislamg als Briefzentrum genutzten Paketposthalle – während ihrer Erbauung in den 1960er-Jahren die größte Fertigteilhalle der Welt und zeitweilig als mögliche Konzerthalle in der Diskussion – errichtet entlang der Arnulfstraße der Projektentwickler Pandion ein großes Wohnviertel. Mit dem weitgehend fertiggestellten Pandion Gardens südöstlich der Paketposthalle an der Schäringerstraße hat Pandion für 71 Millionen Euro verschiedene Gebäude nach einem Entwurf der Kölner Römer Partner Architektur mit insgesamt 145 Eigentumswohnungen errichtet. Zudem errichtet Tewo Bau ebenfalls an der Schäringerstraße 54 Eigentumswohnungen und die städtische GEWOFAG einkommensabhängig geförderte Mietwohnungen.

Im Frühjahr 2016 hat nach dem Abriss des länglichen Postgebäudes entlang der Arnulfstraße nun auch der Bau des Projekts Pandion Reflect nach einem Entwurf des Hamburger Hadi Teherani Architects begonnen. Für 94 Millionen Euro entstehen 197 Eigentumswohnungen, mit deren Verkauf ebenfalls im Frühjahr begonnen wurde.

 

Neubauten westlich Wilhelm-Hale-Straße weitgehend verkauft

Zu den größeren Bauprojekten der vergangenen Jahre gehört die von der Baywobau errichtete Wohnanlage „Inpunkto Hirschgarten“. Die sonst fünfgeschossigen Gebäude von Inpunkto Hirschgarten werden von einem zwölfgeschossigen Wohnturm, den „Hochpunkt“, überragt. Die Preise der bis 2015 angebotenen Eigentumswohnungen stiegen mit den Stockwerken und reichen von etwa 200.000 Euro für eine etwa 50 Quadratmeter große Zwei-Zimmer-Wohnung bis 1,5 Millionen Euro für ein 176 Quadratmeter große Wohnung im zehnten Stockwerk des Hochpunkts.

Im Norden des Quartiers, zwischen Hirschgarten, der Schloßschmidtstraße und der Wilhelm-Hale-Straße, errichtete die JK-COR unter den Namen „Hirschpark-Terrassen“ und „Die neuen Hirschpark-Terrassen“ gleich drei verschiedene Wohnanlagen. Die von JK Wohnbau (heute Isaria Wohnbau) und Corpus Sireo gegründete Projektgesellschaft hat die 56 Wohnungen im nördlichen Bereich (WA 19)  errichtet und vollständig verkauft. Aktuell angeboten werden noch Eigentumswohnungen der zwei Wohnhochhäuser friends.

Westlich der Wilhelm-Hale-Straße befinden sich die von der Pandion errichteten bzw. in Planung befindlichen Wohnungen im Verkauf.

 

Für die Gebäude entlang der Wilhelm-Haler-Straße kostete um 2012 der Quadratmeter im Durchschnitt 3800 Euro. Die Monatsmieten beträgt etwa 14 Euro pro Quadratmeter. „Die Preise für den letzten Bauabschnitt am Hirschpark lagen im Durchschnitt bei 5000 Euro pro Quadratmeter. Nicht nur die Gebäude, auch die Preise schießen um den Hirschgarten in die Höhe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Viertel in Zahlen

Einwohner: Obwohl weitgehend zur Gemarkung Neuhausen gehörend, weist das Neubauviertel Hirschgarten einen höheren Anteil von Familien mit Kindern auf als das Single-lastige Neuhausen.

 

 

 

 

 

 

Infrastruktur: Gute Anbindung durch die neue S-BahnhaltestelleHirschgarten. Von den drei Kindertagesstätten existiert bereits eine. Neu angelegt wurden Spielplätze mit Skategarden (Bild oben) und Kletterwand. Der Hirschgarten ist einer der schönsten Landschaftsparks in München. Hier ist auch Münchens größter Biergarten angesiedelt. Noch erbaut wird das Einkaufszentrum Hirschpark-Center an der Wilhelm-Hale-Straße.

Immobilien: Die Quadratmeterpreise der Neubauwohnungen im Hirschpark reichen von etwa 3500 (Wilhelm-Hale-Straße) bis 8500 Euro (Penthouse). Die bereits von verschiedenen Bauträgern wie Alpha Invest, Concept Bau-Premier und RG Residential Developement errichtete Wohnareal reicht von Doppelhäusern am Rande des Hirschgartens im Westen bis zu einer hauptsächlich fünfgeschossigen Wohnbebauung im Osten. Die Preise bewegten sich um etwa 4000 Euro pro Quadratmeter. Für Dachterrassen-Wohnungen ist allerdings ein Aufschlag einzurechnen. Die Preise liegen bei 4700 Euro pro Quadratmeter.

Die Mieten liegen etwa zwischen 12 und 17 Euro pro Quadratmeter, im Durchschnitt etwa bei 13 Euro. Mit der Nähe des Hirschgartens und der Höhe des Stockwerkes steigen die Preise, während entlang der Wilhelm-Hale-Straße die Mieten deutlich niedriger sind. 

 

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