Fürstenfeldbruck: Wohnen beim Barockkloster

25 Kilometer westlich von München liegt die Kreisstadt Fürstenfeldbruck. In der Stadt an der Amper rund um das Kloster Fürstenfeld und der Altstadt Bruck lässt sich gut leben. Viele Menschen arbeiten daher in München und wohnen in Fürstenfeldbruck.

 

"Gehen Sie auf Entdeckungstour - das prachtvolle Areal des ehemaligen Klosters Fürstenfeld, der Marktplatz mit seinen Bürgerhäusern und gastronomischer Vielfalt sowie Spazier- und Wanderwege inmitten intakter Natur waren schon vor Jahrhunderten begehrte Ausflugsziele“, so der Internetauftritt der Kreisstadt Fürstenfeldbruck.

Nach der Anbindung an das S-Bahn-Netz München 1972 gewann Fürstenfeldbruck an Bedeutung, und die Bevölkerungszahl erhöhte sich von 23.089 (1970) auf 36.179 Einwohner (2013). In der Stadt an der Amper zu wohnen und im 25 Kilometer entfernten München zu arbeiten, ist für viele ein interessantes Modell. Laut einer Erhebung aus dem Jahr 2011 gibt es 4248 Einpendler nach München von Fürstenfeldbruck. 

 

Kloster Fürstenfeld als Sühne-Stiftung

Das Wahrzeichen ist das Kloster Fürstenfeld. Seine Gründung im Jahre 1263 verdankt das Kloster einem tragischen Irrtum: Weil der Bote Briefe von Maria von Brabant, der Gemahlin Herzog Ludwig II. dem Strengen, verwechselte, kostete ihr dies das Leben. Weil die Inhalte missverständlich waren, fühlte sich der Herzog von seiner Frau betrogen und ließ sie kurzerhand enthaupten. Als sich später der Irrtum herausstellte, bereute der Herzog seine Tat zutiefst und gründete das Kloster zur Sühne.

Bruck an der Salzstraße

Der Name Fürstenfeldbruck leitet sich aber nicht nur aus dem Feld des Fürsten, sondern auch aus der benachbarten Siedlung Bruck ab. Diese war zunächst im Besitz der Familie Gegenpointer, die im Auftrag der Welfen für die Überquerung ihrer Brücke Zoll an der Salzstraße erhob. Zwischen 1340 und 1445 erwarben die Zisterzienser des Klosters nach und nach die Grundherrschaft und den Markt sowie alle Besitzrechte von Bruck von den Gegenpointern. 1440 errichteten sie auch die kleine Kirche St. Leonhard mit seinem ungewöhnlichen kreuzformigen Grundriss direkt an der Amper in Bruck. Von dem gotischen Backsteinbau des Klosters ist dagegen nichts mehr erhalten: Ende des 17. Jahrhunderts entstand auf Initiative des Abts Martin Dallmayr eine mächtige neue Klosteranlage nach dem Entwurf von Giovanni Antonio Viscardi, die als ein Hauptwerk des süddeutschen Spätbarocks gilt.

Mit der Säkularisierung verloren die Zisterzienser 1803 das Kloster Fürstenfeld. Das Klosteranwesen wechselte in der Folge mehrmals die Besitzer und wurde unter anderem vom Militär, von Schulen und von der Polizei genutzt.

Aufschwung durch Bahnlinie

Die Bürger von Bruck retteten zwar das Kloster vor dem Abbruch, doch die Entscheidungen vor Ort wurden seither nicht mehr von der Kirche, sondern zunehmend von der bürgerlichen Selbstverwaltung im alten Rathaus in Bruck getroffen. Entlang der Hauptstraße zwischen der Kirche St. Leonhard und dem ehemaligen Landratsamt – dem heutigen Rathaus – entstand die „gute Stube“ des Marktplatzes mit bürgerlichen Wohn- und Geschäftshäusern, Postamt und Gaststätten. Hier wurde 1813 Ferdinand Miller, späterer Erzgießer und Schöpfer der Bavaria, geboren.

Elektrizitätswerk, Aumühle und Schlachthof 

Sein Sohn Oskar von Miller, Erfinder und Gründer des Deutschen Museums, errichtete in Bruck 1893 Bayerns erstes Elektrizitätswerk. Bereits 1873 war Bruck an die Bahnlinie München-Lindau angeschlossen, und entwickelte sich mit dem Kloster zum beliebten Ausflugsziel. Weitere interessante öffentliche Bauten dieser Zeit sind der Schlachthof von Adolf Voll auf der Lände und die heute zum Teil als Bibliothek genutzte Aumühle.

Künstlervillen in Fürstenfeldbruck

1908 wurde aus Fürstenfeld und Bruck Markt Fürstenfeldbruck.Um diese Zeit etablierte sich hier auch mit den Malern Melchior Kern, Albert Reich, Leo Feilinger, Franz Gräßel, Otto Kubel, Henrik Moor, Adolf und Selma des Coudres , Hans von Petersen, Eugen von Ruckteschell sowie den Schrifstellern Otto Falckenberg, Dr. Owiglass und Paul Heinzelmann eine kleine Künstlerkolonie. Viele der Künstler, Unternehmer, Ärzte und Privatier aus der Großstadt waren von der Idee der Gartenstadt begeistert und setzten es in Bruck und dem angrenzenden Emmering in der Villenbebauung mit Architekten wie Adolf Voll und Karl Stöhr um. Heute gehören mehr als hundert Gebäude – davon etwa 35 unter Denkmalschutz – zum Projektgebiet „Kulturstadt–Künstlervillen“. Die Villen befinden sich großenteils in topografisch privilegierten Stadtbereichen, etwa entlang der Anhöhe der Dachauer Straße (Dachauer Str 59, 63 - Bild links -, Adolf-Kolping-Str. 9) oder nahe der Amper (Emmeringerstr 17, 25, Fürstenfelder Str 16).

Gescheiterte Deichenstegtrasse

In den vergangenen Jahrzehnten dehnte sich die Stadt immer weiter aus. Größere Wohnanlagen entstehen aktuell im Norden, so etwa mit dem "Schlangenhaus“ (Bild links) in der Kurt-Schumacher-Straße. Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 64 bis  67 Quadratmeter Wohnfläche werden für  knapp 270.000 und 280.000 Euro – also für gut 4100 Euro pro Quadratmeter – von der kaufeigenheime Wohnungsbaugesellschaft angeboten. 

Weiter westlich, in der Paul-Gerhardt-Straße 18, errichtet die Brunetti Bauträger ein Mehrfamilienhaus mit unterschiedlich großen Wohnungen, die zu Preisen von 4300 bis 5100 Euro pro Quadratmeter offeriert werden. Nicht weit davon hat auch die GBW-Gruppe in der Ettenhoferstraße gerade eine Wohnanlage mit 38 Mietwohnungen fertig gestellt.

Damit FFB weiterhin attraktiv bleibt, sind aber auch städtebauliche Maßnahmen erforderlich. Für eine Aufwertung würde die Umleitung des Verkehrs der B2 aus dem Stadtkern sorgen. Doch 2009 stimmten die Bürger mehrheitlich gegen den Bau der Deichenstegtrasse und gegen die Umgehung. Die Stadt könnte durch eine Verkehrsberuhigung und städteplanerische Maßnahmen attraktiver werden, doch viele Alteingesessene sind gegen Neuerungen und den Zuzug neuer Bewohner. Dabei bietet FFB eine Menge Vorzüge zum Wohnen.

 

Die Stadt in Zahlen

Fürstenfeldbruck ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberbayern.

Die Stadt Fürstenfeldbruck liegt etwa 25 Kilometer westlich der bayerischen Landeshauptstadt München. Die Kreisstadt wird umgeben von den Gemeinden (von Norden im Uhrzeigersinn) Maisach, Olching, Emmering, Ailing, Schöngelsing, Landsberied und Mammendorf.

Einwohner: Mit der Anbindung an das S-Bahn-Netz von München wuchs die Einwohnerzahl von rund 23.000 (1970) auf gut 30.000 (1980) stark an. Seit Anfang der 1980er-Jahre hat sich das Wachstum der Einwohnerzahl etwas abgeschwächt. Zuzug und Wegzug halten sich in etwa die Waage, auch die natürliche Bevölkerungsentwicklung (Geborene minus Todesfälle) ist relativ ausgeglichen.

Infrastruktur:  Die Stadt ist an die S-Bahnlinie 4 mit zwei Haltestellen (Fürstenfeldbruck, Buchenau) an München angebunden. Es gibt verschiedene Parks in der Stadt (östlich d. Hauptstr., Stadtpark), Museen, ein Veranstaltungsforum, ein Hallenbad und ein Freibad. Einkaufsmöglichkeiten finden sich vor allem in der Hauptstraße.

Immobilien: Relativ geringes Angebot an Mietwohnungen. Angebot an Eigentumswohnungen durch Neubauten vor allem im Norden der Stadt. Seit 2012 gibt es wieder eine relativ starke Neubautätigkeit.

Weitere Informationen:

Webpräsenz der großen Kreisstadt: www.fuerstenfeldbruck.de