Sendling

Der Bezirk grenzt im Westen an die S-Bahnlinie und umschließt die Isar inklusive der Halbinsel Flaucher im Osten. Das Dorf Sendling wurde 782 erstmals urkundlich erwähnt. Der alte Dorfkern aus dem Jahr 1315 mit Kirche, Friedhof und einzelnen, ehemals bäuerlichen Anwesen an der Einmündung der Lindwurm- in die Plinganserstraße, ist heute noch zu erkennen. 

Der Bezirk Sendling umfasst heute die Teilbezirke Untersendling und das Sendlinger Feld.

1877 wurde Sendling in München eingemeindet.  Entlang der neuen Bahnlinien nach Wolfratshausen und Rosenheim siedelten sich hier Ende des 19. Jahrhunderts  Gewerbe- und Industriebetriebe an. Zur gleichen Zeit setzte eine umfangreiche Wohnbebauung ein. Für die Arbeiter wurden Wohnungsbaugenossenschaften gegründet, die für diese Wohnsiedlungen errichteten. Diese Gebäude prägen auch heute noch weitgehend das Stadtbild in im Norden Sendlings. Etwa seit 1990 werden zunehmend mehr dieser alten Häuser saniert.

Im Zentrum Untersendlings liegt die sogenannte "Stemmerwiese", die Bauernwiese des bis noch in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts bestehenden Stemmer-Bauernhofes, jetzt wird sie als zusätzliche Freizeitfläche für die Anwohner genutzt. In dem ehemaligen Bauernhaus sind diverse Gewerbe ansässig und es finden manchmal kulturelle Veranstaltungen statt.

Mittelpunkt des Wirtschaftslebens im Stadtteil ist heute noch die im Sendliger Feld befindliche Großmarkthalle. Die mittlerweile auf 310.000 Quadratmeter umfassende Anlage mit eigenem Umschlagbahnhof, ist nach Paris und Mailand der drittgrößte Umschlagsort für Obst und Gemüse in Europa. Die 270 Import- und Großhandelsfirmen setzten Waren im Wert von über 750 Millionen Euro, inklusive der Blumengroßmarkt und Gärtnerhalle sogar 1,5 Milliarden Euro um (Stand 2005).  Ein Fünftel der Arbeitsplätze des Bezirks werden von Handelsunternehmen gestellt. Das Verarbeitende Gewerbe hat in den vergangenen Jahrzehnten jedoch gegenüber dem Dienstleistungsbereich zahlenmäßig an Bedeutung verloren.

Die Großmarkthalle wurde ursprünglich mit 47.000 Quadratmeter nach den Plänen des Architekten Richard Schachner erbaut und 1912 eröffnet. Das Aareal kann auch miteinigen baugeschichtlich und architektonisch interessanten Gebäuden aufwarten: Die Hallen eins bis vier sind die damals größten Bauten in Eisenbetonbauweise. Nach den Kriegszerstörungen wurden die Hallen zwei bis vier mit Flachdächern neu aufgebaut. Nur die Halle 1 ist noch im alten Zustand erhalten und lässt die beeindruckende Gesamtansicht des Komplexes erahnen. Ebenfalls sehenswert ist die im Jahr 2000 eröffnete lichtdurchflutete Halle des Blumengroßmarktes. Seit 1989 gibt es eine Moschee in Sendling in der Schanzenbachstraße. Seit 2005 wurde der Neubau einer Sendlinger Moschee am Gotzinger Platz an der Großmarkthalle kontrovers diskutiert: Ende Februar 2010 wurde es jedoch vom islamischen Dachverband selbst aus finanziellen Gründen zu den Akten gelegt. Diskutiert wird jedoch von den Stadtplanern eine besserer Durchgang durch den Bereich der Großmarkthalle und die Bebauung eines Teils des ehemaligen Viehofs am Schlachthof.

Einen Ausgleich zur dichten Wohnbebauung bilden große Frei- und Erholungsflächen im Süden durch den Neuhofener-Berg, die Flaucheranlagen an den Isarauen, die beiden großen Bezirkssportanlagen an der Demleitner- und an der Dietramszeller Straße den Israelitischen Friedhof sowie einige Kleingartenanlagen.

Durch verstärkte Zuwanderung jüngerer Haushalte deutet sich ein Wandel in der demographischen Zusammensetzung der Bevölkerung im Stadtbezirk an. Ein überdurchschnittlicher Ausländeranteil und ein hoher Anteil an Einpersonenhaushalten sind, nicht nur für Sendling, weitere typische Merkmale citynaher Wohngebiete mit hohem Altbaubestand.

Der Bezirk ist gut mit öffentlichen Verkehrsverbindungen erschlossen. Ein Verkehrsknotenpunkt ist der Harras, wo sich S- und U-Bahnlinie kreuzen.

Immobilienmarkt. Als Viertel der Genossen wird Sendling als „Schutzwall gegen die Spekulanten“ angesehen. Wo Sanierungsmaßnahmen eingesetzt haben, sind auch deutliche Preissteigerungen zu beobachten. Neubaumaßnahmen sind jedoch selten und für Münchner Verhältnis sind die Preise noch in einem vernünftigen Rahmen. Die Preise für Eigentumswohnungen liegen zwischen 25000 und 4500 Euro pro Quadratmeter. Die Mieten liegen zwischen knapp zehn und 13 Euro pro Quadratmeter und sind für Münchner Verhältnisse günstig. Mit zunehmender Nähe zu Isar steigen Preise und Mieten.

Ein Standort mit Büroflächen befindet sich der Bereich um die Implerstraße. Die Mieten liegen zwischen 10 und 18 Euro pro Quadratmeter.