Schwabing-Freimann

 

Der Stadtbezirk reicht im Süden bis zum Siegestor an der Leopoldstraße und im Norden bis zur Stadtgrenze. Im Osten wird der Bereich durch die Isar begrenzt im Westen verläuft die Grenze von Süden entlang der Isolden-, Simmern-, Viktoria- und Friedrichstraße. Von führt sie zwischen den Bezirksteilen Am Hart (Bezirk Milbertshofen-Am Hart) und Freimann nach Norden. Schwabing-Freimann gehört zu den Bezirken mit der größten Ausbreitung. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Bezirksteile von der Münchner Freiheit, Biederstein, Schwabing-Ost und Kleinhesselohe im Süden über Neufreimann und Alte Heide – Hirschau nach Freimann und Obere Isarau im Norden des Bezirks.

Der Bezirk entstand aus dem Kernbereich der ehemaligen Stadt Schwabing und der Siedlung Biederstein, der Siedlung Alte Heide und der ehemaligen Gemeinde Freimann. Um 1890 entstand am Feilitschplatz, der heute als Münchner Freiheit bezeichnet wird, ein neues Stadtzentrum, dem Mittelpunkt Schwabings. Dieser Teil wurde zum ausgehenden 19. Jahrhundert durch seine Literaten und Künstler bekannt und genoss den Ruf eines Künstlerviertels mit dem damit untrennbar verbundenen Amusement wie den Schwabinger Künstlerfesten und einer Vielzahl der so typischen Schwabinger Kneipen. Heute sind Kunst und Kultur immer noch eng mit Schwabing verbunden, aber gegenüber Amusement und Nachtleben etwas in den Hintergrund getreten. Stadtbildprägend sind in Schwabing die noch zahlreichen Beispiele gründerzeitlicher Bürgerhäuser und Stadtvillen, aber auch alte Arbeiterhäuser, etwa entlang der Feilitzschstraße.

Die Gegend zwischen der heutigen Autobahn A 9 und der Leopold-/Ingolstädter Straße wurde ursprünglich fast ausschließlich gewerblichen und industriell genutzt. In den vergangenen Jahren wird dieser Bereich aber nun zunehmend durch große Projektentwicklungen erschlossen, um dadurch neue Flächen für Wohnraum und Büros zu schaffen. Bereits weitgehend realisiert sind die Wohnsiedlung an der Berliner Straße hinter dem Ungerer Bad, die spektakulären Büro-Hochhäuser und Verwaltungszentren Highlight-Towers und dem Meag-Gebäude am Münchner Tor an der Schenkendorffstraße. Raum für neue Büro- und Wohnflächen bietet vor allem die Parkstadt Schwabing. Nördlich des Frankfurter Ringes erstrecken sich allerdings noch ausgedehnte Industriebereiche und weitere Gewerbeflächen mit Verwaltungs- und Gewerbebauten  wie des Euro-Industriepark München, dem Gewerbepark Freimann und dem Münchner Order Center M.O.C..

In starkem Kontrast zum südlichen Teil des Bezirks, insbesondere zu Schwabing, steht der nördliche Stadtteil Freimann, mit seinen ausgedehnten Einfamilienhaus-Siedlungen um den alten Dorfkern. Hier lädt die Stadt ihren Müll zur Verbrennung ab und hier werden ihre Abwässer geklärt (Klärwerk Großlappen). Der alte, auf 75 Metern angewachsene, Müllberg ist geschlossen und renaturiert worden. Er ist selbst ein Ausflugsziel mit einem an klaren Föhntagen eindrucksvollem Blick nach Süden über die Stadt bis zu den Alpen. Auf seiner Spitze steht seit 1998 Münchens erste und einzige Windkraftanlage. Darunter befindet sich Münchens neues Fußballstadion, die Allianz-Arena. Das von den Schweizer Architekten Herzog de Meuron entworfene Stadion wird, je nach dem Spiel des jeweiligen Münchner Vereins, entweder rot oder blau beleuchtet. Südwestlich des Stadions entsteht das neue Wohnquartier Haidpark mit einem hohen Anteil sozial gefördertem Wohnraum.

Durch die zahlreichen neu errichteten Verwaltungs- und Bürokomplexe hat sich die Zahl der Arbeitsplätze im tertiären Sektor deutlich erhöht. Dieser ist vor allem in Alt-Schwabing stark vertreten, wo sich neben zahlreichen Einzelhandelsgeschäften eine Reihe von Banken, Versicherungen, Verwaltungen und Verlagen niedergelassen hat, um hier repräsentative Zentralen zu errichten.

Die in den 80er Jahren entstandenen Großwohnanlagen an der Berliner- und an der Heidemannstraße ließen den Anteil an Mehrpersonenhaushalte in Schwabing-Freimann wieder größer werden. Über die Hälfte der Haushalte im Stadtbezirk besteht jedoch aus aus Einpersonenhaushalten. Der Ausländeranteil entspricht in etwa dem Gesamtstadtniveau.

Immobilienmarkt. Der Bezirk ist von der Bebauung sehr heterogen. Sie reicht von Jugendstil-Altbauten in Schwabing, noble Villen in Grünanlagen entlang dem Englischen Garten, der Reichskleinsiedlung aus den 30er Jahren in Freimann und den Neubauquartieren in Parkstadt Schwabing und Haidpark.

Generell gilt auch hier. Richtung stadteinwärts zur Münchner Freiheit steigen die Preise und werden die Mieten teuer. Die Spanne der Preise für Eigentumswohnungen im Bezirk liegt zwischen 2700 und 6000 Euro pro Quadratmeter. Die Mieten reichen von knapp zehn Euro bis knapp 14 Euro pro Quadratmeter.