Milbertshofen-Am Hart

Der Stadtbezirk bildet einen relativ schmalen Streifen zwischen Ingolstädter- und Schleißheimer Straße, von der Stadtgrenze im Norden bis zum Petuelring, einem Teilstück der Mittleren Rings, im Süden. Er umfasst im Südwesten den Bezirksteil Am Riesenfeld mit dem Olympiadorf, im Südosten Milbertshofen und im Norden den Bezirksteil Am Hart.

Die 1913 in München eingemeindete Stadt Milbertshofen umfasst auch große  Industrieansiedlungen. Dazu gehört vor allem das große Gelände des BMW-Stammwerkes an der Dostlerstraße. Infolge der frühzeitigen Industrialisierung ist hier eine Mischbebauung von Industrie, Gewerbe und Wohnen (mit einem hohen Anteil an Sozialbauten) entstanden.

Durch Sanierung alter Wohnanlagen und neuer Wohnbebauung, hat in Milbertshofen in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten auch durch die verbesserte Infrastruktur eine städtebauliche Aufwertung erfahren. Dazu hat vor allem das westlich gelegene Olympiagelände im Bezirksteil Am Riesenfeld beigetragen. Die verdichtete, hochhausähnliche Bebauung im Olympiadorf, umgeben vom Olympiapark, den olympischen Sportstätten und dem Sportzentrum der Technischen Universität ermöglicht ruhiges und familiengerechtes Wohnen. Der Autoverkehr wurde dafür extra in das überbaute Tiefgeschoss unter der Fußgängerebene verbannt. Die Gegend wird von einigen der bekanntesten Gebäude der architektonischen Moderne bestimmt: das Stadion, die Olympiahalle und die Olympiaschwimmhalle von Günter Behnisch und Frei Otto mit den transparenten Dachkonstruktionen, dem Olympiaturm, dem höchsten Gebäude der Stadt. Das BMW-Bürogebäude in Form eines Vierzylinders und dem BMW-Museum sowie die Ausstellungshalle BMW-Welt der Wiener Architekten COOP Himmelb(l)au.

 


Eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität brachte der Bau des Petueltunnels. Nachdem der Verkehr auf dem angrenzenden, stark befahrenen Petuelring durch den Tunnels unter die Erde verlagert wurde, verbindet seit Juni 2004 ein landschaftlich gestalteter Park, der Petuelpark, Milbertshofen mit Schwabing. Der erhöhte Teil wird von weitläufigen Grasflächen dominiert, auf der tieferen Ebene wurden„Themengärten“ eingerichtet. An der südlichen Seite des Parks verläuft der Nymphenburg-Biedersteiner-Kanal. Im Rahmen der Parkgestaltung wurden das gesamte Kanalbett erneuert, mehrere Brücken über den Kanal neu errichtet sowie eine Uferbegrünung angelegt (Bild links mit dem von Kiessler + Partner entworfenen Café Ludwig).

Nördlich des Frankfurter Ringes trennt ein breiter Gewerbegürtel die Bezirksteile Milbertshofen und Am Hart. In diesem Bereich sind neben einigen öffentlichen Einrichtungen wie einer Feuerwache, einem großen Berufsbildungszentrum sowie dem neuen Polizeipräsidium Oberbayern hauptsächlich gewerbliche und industrielle Gebäude vorhanden. Hier prägt der an der Knorrstraße ansässige Forschungs- und Entwicklungsbereich von BMW (FIZ) und der Euro-Industriepark das Viertel. 

Im Bezirksteil Am Hart überwiegen dagegen Wohngebäude. Es herrscht eine aufgelockerte, weitgehend niedrige Bebauung mit eingewachsenen Grünflächen vor. Dazu gehören die in der Zwischenkriegszeit entstandenen, ehemaligen "Reichskleinsiedlungen" Am Hart und Kaltherberge. Auch die, nach dem Krieg mit öffentlichen Mitteln erbauten Wohnsiedlungen am Harthof befinden sich hier.

In unmittelbarer Nähe davon entstand im vergangenen Jahrzehnt am Rande des Naturschutzgebietes "Panzerwiese" die Wohnanlage „Nordheide“. Es wurden etwa 2200 familiengerechte Wohnungen mit einem großen Teil einkommensgeförderten Wohnraum gebaut. Ein Treffpunkt ist das an der U-Bahn-Station gelegene Einkaufszentrum Mira. Hier errichteten die Architekten bogevischs buero die Wohnanlage Am Felsenelkenanger mit 550 Appartements für Studenten (Bild links). Im Süden wird das Viertel durch den skulpturhaften Ziegelbau des Dominikuszentrums von meck architekten begrenzt, während im Norden direkt das Naturschutzgebiet der Nordheide angrenzt.  

Durch die Vielzahl an Arbeitsplätzen, insbesondere vom Automobilkonzern BMW, ein breites Wohnungsangebot, verbunden mit allen nötigen Infrastruktureinrichtungen und die Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten im Stadtbezirk ist Milbertshofen-Am Hart mittlerweile zu einem bevorzugten Wohnort für deutsche und ausländische Familien mit Kindern geworden. Hier leben beinahe 68.000 Menschen. In Milbertshofen und Am Hart ist besonders die Arbeiterschaft in der Wohnbevölkerung stark vertreten. Dagegen ist das Olympiadorf vor allem von der Mittelschicht – darunter viele Beamte und Akademiker – bewohnt. Zusammen haben die beiden Stadtteile den höchsten Ausländeranteil Münchens.

Immobilienmarkt. Preise und Mieten unterscheiden sich innerhalb des Bezirkes stark. Die preise für Eigentumswohnungen liegen zwischen 2500 und 4500 Euro pro Quadratmeter. Umso näher sich die Immobilien bei Schwabing befinden, desto höher sind die Preise. Die Mieten liegen in der Spanne zwischen neun 12 Euro pro Quadratmeter.

Die guten Wohnlagen befinden sich im Bereich des Olympiadorfes. Die privatisierten Wohnanlagen werden heute vor allem als Eigentumswohnungen oder als Studentenwohnungen genutzt.

Durch den Petuelpark wurde auch der südliche Teil von Milbertshofen aufgewertet. Milbertshofen mit seiner hohen Arbeitslosigkeit und geringem Einkommen der Bewohner galt lange als Problemzone Münchens. Die besseren Objekte finden Käufer in der Siedlung Am Hart. Im Osten des Bezirks befindet sich das angenehme Wohnviertel Kaltherberg mit Häusern aus den 30er Jahren. In Harthof befindet sich eine große Wohnsiedlung mit vier – bis zwölfstöckigen Häusern mit grünen Flächen dazwischen. Die Wohnungen in der Nordheide wurden zu Preisen zwischen 2500 und 3200 Euro pro Quadratmeter verkauft.