Laim

Obwohl Laim im Gegensatz zu München schon über 850 Jahr bestand, erhielt es die entscheidenden Wachstumsimpulse erst durch die Eröffnung des Eisenbahnvorortverkehrs im Jahre 1894 und die Eingemeindung nach München. Dann aber hatte ein junger Stadtplaner für das neue Stadtteil ehrgeizige Pläne – die sich bald als undurchführbar erwiesen.

 

Die nördliche Grenze bilden die Gleise nördlich der Landsberger Straße, die östliche Grenze die Westendstraße bis zur A96, die südliche Grenze bildet die A96 und die Senftenauer Straße bis zur Willibaldstraße und die westliche Grenze schließlich die Willibaldstraße. Der Stadtbezirk liegt zwischen der Schwanthalerhöhe im Osten und Pasing im Westen. Er erstreckt sich in seiner Nord-Süd-Ausdehnung von den Bahnanlagen Hauptbahnhof-Pasing bis zur Autobahn München-Lindau. Laim unterteilt sich verwaltungstechnisch in zwei Bereiche, Friedenheim im Osten und St. Ulrich im Westen.

 

 

 

St. Ulrich

Laim wurde als eigenständige Landgemeinde schon 1045 erstmals urkundlich als "Leima" bzw. "Laimen" erwähnt. Das historische Zentrum ist der Laimer Anger. Gegenüber befindet sich die altbayrisch-dörflich wirkende, katholische St. Ulrich Pfarrkirche. Sie ist nach dem heiligen Ulrich benannt und wurde 1315 erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich ist sie jedoch viel älter und weist auf die Gründungszeit Laims zurück. Seit 1918 ist St. Ulrich eine eigene Pfarrei.

Das Laimer Schlössl in der Agnes Bernauer Straße befindet sich ganz in der Nähe. Es wurde unter Max Emanuel als Wirtschaftsgebäude im Laimer Schlossgut, einem ehemaligen Jagdsitz, errichtet.

 

 

Die entscheidenden Wachstumsimpulse hat Laim durch die Eröffnung des Eisenbahnvorortverkehrs im Jahre 1894 und die Eingemeindung nach München bekommen. Unter der Ägide des jungen Stadtplaners Theodor Fischer wurde die großzügige Ausbreitung des Bezirks vorangetrieben. Er renovierte auch das verfallene Laimer Schlössl (Bild links) und nutzte es als Atelier für seine Planungen. 1908 wurde die Trambahnstrecke eingeweiht, auf der heute die Tram 19 verkehrt. Um den alten Ortskern entstanden später auch einige Villen und auch mehrgeschoßige Bauten, die bis heute das Ortsbild prägen. Laim war aber wegen des großen Laimer Rangierbahnhofs und der ansässigen Industrieunternehmen vor allem ein Arbeiterwohnviertel.

Doch schon bald erwies sich die Zuwanderung nach München und damit der Wohnraumbedarf geringer als geplant. Während des Ersten Weltkriegs und in der Weimarer Republik mussten die ehrgeizigen Ziele aufgrund der lahmenden Wirtschaft zum Teil aufgegeben werden.

 

Dennoch entstand in den ersten drei Jahrzehnten nach der Eingemeindung ein Nebeneinander von Einfamilienhaussiedlungen mit Reihen-, Doppel- und Einzelhäusern, Villenkolonien und Wohnquartieren im Geschosswohnungsbau, geprägt von großen, gemeinnützigen Wohnsiedlungen. Fischer plante beispielsweise einzelne Quartiere wie die Stadtlohnerstraße und die Lechfelderstraße mit kleinstädtischer und fast dörflicher Erscheinung, um den malerischen Charakter des Viertels zu betonen.

Auch die Nachkriegsbautätigkeit hat das dortige Stadtbild nicht wesentlich verändert. Vorherrschend ist nach wie vor die zum Teil verdichtete Geschossbebauung entlang der Hauptstraßen und eine aufgelockerte Reihen- und Einfamilienhausbebauung in den Nebenstraßen.

 

 

 

Friedenheim

Der östliche Bezirksteil Laims ist Friedenheim. Erstmals wurde die Siedlung 1808 erwähnt. Da die Landsberger Straße die Grenze zwischen den Gemeinden Laim und Neuhausen bildete, gehörten die Häuser von Friedenheim teils zu beiden Gemeinden. Die Siedlung Friedenheim wurde von 1928 bis 1930 zwischen der Ammersee-, Fürstenrieder, Inderstorfer, Käpfl- und Joergstraße erbaut.

Nach Kriegsende galt die oberste Priorität dem Wiederaufbau von Wohnraum. Laim verfügte damals als ein äußerer Bezirk Münchens noch über viele unbebaute Flächen. So wurden sehr schnell, zum Teil in Fertigbauweise, viele Siedlungen errichtet. Eines der bekanntesten ist die Wohnanlage Alte Heimat im Bezirksteil Friedenheim. Die Evakuiertensiedlung Alte Heimat diente zur Rückführung während des Bombenkrieges aus München evakuierter Münchner und wurde durch eine Stiftung anläßlich der 800-Jahr-Feier der Stadt 1958 ermöglicht. Am 20. Dezember 1959 war auf dem Baugelände an der Zschokkestraße in Laim die Grundsteinlegung. Abschluß der Bauarbeiten und Übergabe der Siedlung in die Obhut der Stadt am 19. Juli 1962.

Probleme dieses schnellen Aufbaus und der damit verbundenen Urbanisierung waren vor allem das Fehlen von Schulen und Kirchen. Deshalb entstand eine Reihe moderner Kirchen in Laim, darunter die katholische Pfarrkirsche  Zu den zwölf Aposteln des Architekten Sep Ruf.

Zu den größeren Planungsvorhaben des Stadtviertels gehört die Neugestaltung des ehemaligen Straßenbahnbetriebshofes südlich der Zschokkestraße  zwischen Westend- und Hans-Thonauer.Straße.

Ein entsprechender Architektenrwettbewerb wurde von Glaser Architekten und realgrün Landschaftsarchitekten bereits Ende 2007 gewonnen (Bild rechts). Das Neubaugebiet Zschokkestraße soll nach Stand Sommer 2015 insgesamt 850 Wohnungen, zahlreiche Kinderbetreuungsplätze und ein Seniorenheim umfassen. Diese sollen auf der Freifläche am und um den Busbetriebshof West entstehen, so sah es der Entwurfsplan der Münchner Architekten vor. Der Standort des Busbetriebshofs wird an den Georg-Brauchle-Ring verlagert werden und damit auch der davon ausgehende Lärm. Die MVG verkündete dann überraschend: Der Busbetriebshof West (Bild links) wird in Laim bleiben. Doch mittlerweile steht die Verlagerung nach Moosach zu einem neuen Busbetriebshof M Hybrid fest. 

Ein weiteres Neubauprojekt in Friedenheim befindet sich zwischen Fachnerstraße 55, Friedenheimerstraße 137 sowie Kirchwaldstraße 6. Rock Capital und Real-Treuhand Immobilien Bayern wollen mit dem Projekt Fachnerstraße ab 2013 etwa 54 Wohnungen errichten.

 

Verkehrsknotenpunkt Laim

Der Stadtbezirk ist durch die S-Bahn (S-Bahnhof Laim), die U-Bahn (mit drei U-Bahnhaltepunkten) sowie die Trambahnlinie 19 nach Pasing bestens an das übrige Stadtgebiet und das Münchner Umland angebunden. Laim ist ein nahezu reines Wohngebiet. Nur entlang der Bahnachse Hauptbahnhof-Pasing finden sich eine Reihe von Gewerbeansiedlungen, wie Baumärkte, Holzhandlungen, Speditionen, Kfz-Betriebe und Bürogebäude. Zu der letzteren Kategorie gehört der Neubau Laimer Würfel  (siehe Aufmacherbild oben) – ein neues 11-stöckiges Bürogebäude an der Kreuzung Landsberger Str. und Fürstenrieder Str. Es sticht durch seine Höhe und markante Fassade sofort in den Blickpunkt. Hauptnutzer des Gebäudes ist die DAB bank, die hier ihren neuen Hauptsitz hat. Der Einzelhandel konzentriert sich an der Fürstenrieder Straße zwischen Landsberger- und Gotthardstraße.

 

Bevölkerung

Die Sozialstruktur der Laimer Bevölkerung folgt im wesentlichen den Wohn- und Siedlungsformen im Stadtbezirk. Der Ausländeranteil liegt etwas unter dem entsprechenden Stadtdurchschnitt.

 

Literatur

Gernot Brauer: München Laim - Ein Stadtteil in 24 Stunden, München Verlag, 2010