Allach und Untermenzing

Der 23. Münchner Stadtbezirk liegt im äußersten Nordwesten der Stadt. Er erstreckt sich beiderseitig der Würm und ist zum Teil noch sehr ländlich, aber auch von großen Industrieanlagen geprägt.

 

Der 23. Stadtbezirik umfasst zwei Bezirksteile. Östlich der Bahnlinie befindet sich der Bezirksteil Industriebezirk und westlich der Bahnlinie der Bezirksteil Untermenzing-Allach (siehe darunter Allach).  

Der Bezirksteil bildet im Norden etwa beim A99-Autobahnring München-Nordwest die Münchner Stadtgrenze zur Gemeinde Karlsfeld. Im Westen befindet sich der Nachbarbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied, im Süden flussabwärts der Würm grenzt er an den 21. Münchner Stadtbezirk Pasing-Obermenzing an. Im Südosten befindet sich der Stadtbezirk Moosach und im Nordosten der nördlichste Stadtbezirk, der Bezirk Feldmoching-Hasenbergl.  

Untermenzing wurde bereits 750 erstmals urkundlich erwähnt. Die alte St. Martinskirche und Reste umgebender dörflicher Bebauung zeugen von der alten Zeit. I

m ehemaligen Kirchdorf Allach, so alt wie Untermenzing, sind die dörflichen Strukturen um die Kirche St. Peter und Paul, mit Friedhof, Gasthaus und einigen landwirtschaftlichen Betrieben, noch erkennbar. Schon in der Zeit nach dem 1.Weltkrieg sind Allach und Untermenzing miteinander verwachsen. Östlich des Autobahnrings A 99 und nördlich der Autobahn A 8 München-Stuttgart verfügt der 23. Stadtbezirk noch über erhebliche Freiflächenressourcen. Weiträumige Öd-, Grünland- und landwirtschaftliche Nutzflächen schirmen die Wohnbebauung im anschließenden westlichen Stadtbezirksteil nicht nur vor den beiden, stark befahrenen Verkehrsachsen ab, sondern dienen zugleich als Erholungsflächen.

Rund um den Allacher Bahnhof, vor allem aber östlich des Bahnkörpers der nach Norden führenden Linien sind Unternehmen wie Krauss-Maffei, MAN und MTU angesiedelt, die Allach als Industriestandort bekannt gemacht haben. Mit fast 200 Hektar hat Allach die höchste Industrie- und Gewerbeflächen  im Stadtgebiet. Eingestreute Grün- und Schutzflächen, wie die Angerlohe, wirken den Beeinträchtigungen durch Industrie und Gewerbe für die Wohnbereiche entgegen.

Nahezu im gesamten Stadtbezirk ist eine aufgelockerte Wohnbebauung (Ein- und Zweifamilienhäuser, durchsetzt mit Eigentums- und Reihenhauswohnanlagen) vorherrschend, die verstärkt erst nach 1948 einsetzte. Lediglich im Bereich südlich der Angerlohe sowie um die Manzo- und Allacher Straße sind größere Siedlungsbereiche im Geschosswohnungsbau anzutreffen.Hier errichtete 1952 bis 1972 Krauss-Maffei die Angerloh-Siedlung in der Rueß- und Manzostraße, eine privatwirtschaftlich geführte Siedlung für  Werksangehörige. Ebenfalls südlich der Angerlohe errichtet der Bauunternehmer Korbinian Beer 1937 eine Einfamilienhaussiedlung. Die Beer-Siedlung ist die letzte Siedlung der Gemeinde Allach vor deren Eingemeindung.

Nachdem BMW Ender der 30-er Jahre sein Flugzeugmotorenwerk im nördlichen Teil des Allacher Forst errichtete, entstand westlich des Werkes und der Bahnlinie München –Ingolstadt eine BMW-Werkssiedlung, die nach dem Oberbaurat, Brückenbaudirektor Heinrich Gerber benannt wurde. Die Gerberau zeichnet sich durch eine eigene Infrastruktur aus, nachdem vor 1960 die Gemeinde Karlsfeld erheblich näher als die Bebauungsgrenze Münchens war. So entstand im Oktober 1948 eine Volksschule für die BMW- Wohnsiedlung Karlsfeld, die dann durch die 1963/65 errichtete Verbandsvolksschule der Landeshauptstadt mit der Gemeinde Karlsfeld ersetzt wurde.

Der südlich angrenzende Bezirksteil Hartmannshofen zählt wie auch in Teilen die Siedlungsbereiche westlich der Würm zu den guten Wohnlagen Münchens.

Entsprechend seiner Siedlungsstruktur wohnen im 23. Stadtbezirk überwiegend Mehrpersonenhaushalte, darunter vor allem Familien mit Kindern. Der Ausländeranteil liegt deutlich unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt.