Paul-Gerhard-Allee: Projektentwickler lassen Pläne ausarbeiten

Im Neubauquartier Paul-Gerhard-Alleee im Osten von Neupasing tut sich etwas. Etliche Baugrundstücke sind bereits vergeben, die ersten Projektentwickler lassen nun Wettbewerbe ausloben und Entwürfe für die Wohnbebauung ausarbeiten. Drei Wettbewerbe wurden bereits entschieden.

 

Nachdem Ende 2014 der Stadtrat den Bebauungsplan des Quartiers Paul Gerhard Allee auf der Grundlage des städtebaulichen Siegerentwurfs von Palais Mai Architekten und lohrer.hochrein landschaftsarchitekten (siehe unten) gebilligt hat, wurden bereits etliche Baugrundstücke an einzelne Projektentwickler vergeben. Der Eigentümer des größten Areals, die Aurelis, verkaufte Ende 2014 zwei Baufelder. Das größere Grundstück mit ca. 16.000 Quadratmetern sicherte sich das Immobilienunternehmen Corpus Sireo Real Estate, das zweite Grundstück ging an eine Privatperson.

Eine Übersicht über die einzelnen Baufelder gibt die Übersichtskarte des Bebauungsplan Nr. 2058a , der im Original als Planteil  (siehe große Karte unten) und als Textteil über das Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München abrufbar ist.

 

Für folgende Baufelder gibt es bereits Entscheidungen über Projektentwickler und der Wettbewerbentwürfe:

SO: Nahversorgungszentrum mit Einzelhandel, Dienstleistungsbereich und Wohnungen soll am südwestlichen Quartierseingang an der Paul-Gerhardt-Allee auf einer Grundfläche von 4700 Quadratmeter entstehen. Die MünchenBau Bauträger GmbH hat zusammen mit der Paul-Gerhardt-Allee GmbH&Co.KG und der Wohnbau Pasing GmbH&Co.KG einen Realisierungswettbewerb ausgeschrieben, bei dem am 16.02.2016 der Entwurf von Allmann Sattler Wappner den ersten Preis und der von Haak + Höpfner Architekten den zweiten Preis erhielt. Diese beiden Entwürfe werden nochmals überarbetet und dann entschieden, welcher Entwurf gebaut wird.

WA 1: Die eher heterogene Situation des WA1 am Quartierseingang wird im Entwurf der 1. Preisträger Palais Mai mit lohrer hochrein landschaftsarchitekten ein Ensemble aus mehreren Häusern mit sehr unterschiedlichen Räumen, die sich mit der Umgebung vernetzten, übersetzt. Es beinhaltet eine Kita, den Nachbarschaftstreff und geförderten Wohnungsbau.

WA2 (1): Das 1,6 Hektar große Baugebiet befindet sich im Südwesten des Neubauquartiers. Geplant ist der Bau von rund 270 Wohneinheiten. Projektentwickler ist Corpus Sireo, Entwurfsieger des am 29. September 2015 entschiedenen Wettbewerbs sind die Münchner Grassinger Emrich Architekten mit Liebald + Aufermann Landschaftsarchitekten.

WA 2(2): Das Baugebiet in der Miete im Süden des Quartiers hat der Kölner Projektentwickler Pandion erworben. Nach einem Wettbewerb wird der Entwurf von Hierl Architekten, München, für die Wohnanlage Pandion Penta verwirklicht. 

WA2 (3): Das Baugebiet befindet sich im Südosten des Neubauquartiers. Projektentwickler ist die Verwaltungsgesellschaft Berduxstraße mbH & Co. KG. Grundstück mit einer Größe von etwa 5.000 Quadratmetern soll später rund 6.000 Quadratmeter Geschossfläche umfassen. Dort entstehen eine Kita mit Außenfläche sowie ein integrierter Kinder-, Familien- und Nachbarschaftstreff. Für gefördertes Wohnen sind rund 4.220 Quadratmeter Geschossfläche vorgesehen. Nach Auskunft des Eigentümers soll der Baubeginn ebenfalls 2016 erfolgen. Entwurfsieger des am 2. Oktober 2015 entschiedenen Wettbewerbs sind die Münchner  Dressler Mayerhofer Rössler Architekten und Stadtplaner mit millerundschalk Landschaftsarchitektur und Urbanismus.

WA3: Das Baugebiet befindet sich im Nordosten des Neubauquartiers. Mit seiner Lage am östlichen Rand des neuen Stadtquartiers prägt der neue Baublock zusammen mit dem bahnbegleitenden Landschaftspark zukünftig die Stadteinfahrt von Norden. Mit dem neuen Wohnhof nach dem Entwurf der Münchner 03 Architekten mit Studio Vulkan, Zürich, werden 200 Wohnungen von der BLS Projektgesellschaft München GmbH & Co. Objekt Berduxstraße KG mit der Berdux Liegenschaften GmbHrealisiert.

WA 5: Das Baugebiet befindet sich im Norden des Neubauquartiers zwischen der Peter-Anders-Straße im Norden und der Berduxstraße im Süden. Nach Osten grenzt von einer Grünfläche getrennt das Baufeld WA6. Insgesamt ergeben sich aus den Vorgaben des Bebauungsplan eine Geschossfläche für das Baufeld WA 5 von 25.500 Quadratmetern, also von gut über 300 Wohnungen. Entwickelt wird das Baufeld von Anders Wohnen GmbH, eine Projektgesellschaft der Baywobau Immobilien AG und Münchner Grund Immobilien Bauträger GmbH. Die Entwickler haben zur Realisierung einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Mit dem ersten Preis wurde der Entwurf des Münchner Büro su und z Architekten mit studioB Landschaftsarchitektur ausgezeichnet. 

WA6: Das Baugebiet befindet sich im Norden des Neubauquartiers. Geplant ist der Bau von rund 270 Wohneinheiten. Projektentwickler ist die BLV Pasing GmbH, eine Objektgesellschaft der Baywobau und der Münchner Grund, die bereits seit längerem im Besitz des Grundstück sind und es nicht von der Aurelis erwarben, Sieger sind mit ihrem Entwurf Meck Architekten mit studio B Landschaftsarchitektur, beide München.

 

Neupasing: Stadtrat beschließt rund 2.400 neue Wohnungen

Am 27. Juli 2011 hatte der Münchner Stadtrats beschlossen, auf dem 33 Hektar großen Areal den Flächennutzungsplan zu ändern, einen Bebauungsplan mit Grünordnung aufzustellen und die Eckpunkte für einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb festgelegt.

Im Juni 2012 ging der Entwurf von Palais Mai und lohrer hochrein Landschaftsarchitekten als Sieger aus dem Wettbewerb hervor (siehe unten). Am 4. Juni 2014 hat der Stadtrat im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung die Billigung des Bebauungsplanentwurfs für das Areal beschlossen.

Die neuen Stadtbausteine des Wohngebiets werden eng mit den umliegenden Bestandsquartieren verknüpft, auch über die trennenden Gleisanlagen hinweg.

Drei neue Fuß- und Radwegebrücken geplant

Das geplante Wohngebiet an der Paul-Gerhardt-Allee in Pasing soll mit drei neuen Fuß- und Radwegebrücken besser erschlossen werden. Am 12. November 2014 sprach sich der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung für folgende Stege aus, die mittel- bis langfristig realisiert werden sollen:

Priorität 1a: Fuß- und Radwegebrücke über die Offenbachstraße nördlich der Bahntrasse zur besseren Erreichbarkeit des S-Bahnhofs Pasing

Priorität 1b: Fuß- und Radwegebrücke in Nord-Süd-Richtung zwischen der Baumbachstraße und der Straße "Am Knie" über die Fern- und S-Bahntrasse zur besseren Erreichbarkeit der Trambahnlinie 19 (und des Bahnhofs für eine optionale U5-Verlängerung)

Priorität 2: Fuß- und Radwegebrücke in West-Ost-Richtung über die S-Bahn- und Ferntrasse nach Ingolstadt / Landshut / Freising zur besseren Erreichbarkeit des Nymphenburger Schlossparks und des S-Bahnhofs Laim

Nach Rechtsverbindlichkeit des Bebauungsplans soll das Baureferat die technische Machbarkeit der Brücke über die Offenbachstraße untersuchen. Außerdem soll die bereits vorliegende Machbarkeitsstudie für die Brücke zur Straße "Am Knie" überprüft und aktualisiert werden. Die Ergebnisse werden dem Stadtrat vorgelegt, der dann über die konkreten Maßnahmen entscheidet.

Quelle: Landeshauptstadt München, 4.12.2014

Sommer 2012: Ideenwettbewerb für Paul-Gerhard-Alleee entschieden

Der Ideenwettbewerb für das neue Wohngebiet an der Paul-Gerhardt-Allee im Stadtbezirk Pasing-Obermenzing wurde zu Gunsten des Entwurfs von Palais Mai und lohrer hochrein Landschaftsarchitekten aus München entschieden. Ab 21. Juni können alle Entwürfe im Pasinger Rathaus besichtigt werden.

Auf dem 34 Hektar großen Areal im Stadtvierrtel Neupasing, das an die Westseite des Nymphenburger Schlosspark grenzt und aktuell als Gewerbegebiet genutzt wird, sollen bis zu 2000 Wohnungen für etwa 4400 Einwohner entstehen. Darüber hinaus sind ein Quartierszentrum mit 5000 Quadratmetern Einzelhandelsflächen, eine Jugendspielfläche mit rund 6000 Quadratmeter und ein großer Park mit ausgedehnten Grünflächen geplant. In dem zentrumsnahen Wohngebiet ist außerdem eine Grundschule vorgesehen.

Für den städtebaulichen Ideenwettbewerb, den die Grundstückseigentümer unter Leitung der aurelis in enger Abstimmung mit den Planungsbehörden der Stadt München und dem zuständigen Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing vorbereitet hatten, wurden insgesamt 13 Entwürfe eingereicht. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Preisträger überzeugten durch sehr prägnante städtebauliche Lösungen mit hohen Wohn- und Freiraumqualitäten“, so Norbert Wögler, Leiter der Projektentwicklung der aurelis in München. Grundstückseigentümer sind neben aurelis die Berdux Liegenschaften GmbH, die Verwaltungsgesellschaft Berduxstraße, die BLV Objekt Pasing GmbH sowie die Artec-A GmbH. Zum (möglichen) Gesamtinvestitionsvolumen machte aurelis keine Angaben

Die Jury, der unter anderem die Architekten Rudolf Hierl und Andreas Hild sowie Stadtbaurätin Elisabeth Merk angehörten, prämierte jeweils einen ersten und einen zweiten Platz sowie fünf Anerkennungen aus allen eingesendeten Entwürfen. Der zweite Platz ging an das Büro 03 Architekten, namentlich: Andreas Garkisch, Karin Schmid, Michael Wimmer und Irene Burkhardt als Landschaftsarchitektin.

Der prämierte Entwurf von Palais Mai und lohrer hochrein Landschaftsarchitekten sieht die Integration von großzügigen Freiräumen für die Wohnhäuser vor. Natürliche Aufschüttungen sollen als Lärmschutz dienen, die sich ideal in die Landschaft einfügen sollen.

Die Jury begründete ihre Entscheidung: „Durch das weite Abrücken von den Bahngleisen entstehen angenehme Freiräume vor den Wohnhäusern, die wiederum wohlproportionierte städtische Flächen formen. Insgesamt stellt der Entwurf einen sehr guten Beitrag zur gestellten Aufgabe dar. Er wird die Grundlage für ein unverwechselbares neues Quartier in München bilden“.

Bei dem neuen Wohngebiet an der Paul-Gerhardt-Allee handelt es sich um den letzten noch zu entwickelnden Teilbereich der Zentralen Bahnflächen zwischen Pasing und dem Hauptbahnhof in München.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich demnächst im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung von der Qualität aller Wettbewerbsbeiträge selbst überzeugen. Ab Donnerstag, 21. Juni, stehen alle Entwürfe und Modelle drei Wochen lang im Pasinger Rathaus, Landsberger Straße 486, zur Ansicht bereit. Baubeginn ist voraussichtlich 2014.