JSWD: Das Innere nach außen gekehrt

Im vergangenen Jahr haben die Kölner JSWD Architekten mit ihrem Entwurf zum künftigen Busbetriebshof Hybrid M in Moosach die Aufmerksamkeit vieler Münchner gewonnen. Nun zeigt die Architekturgalerie eine Auswahl ihrer Werke und ein Buch ein Portfolio der Architekten mit ihrer eigenen technischen Ästhetik.

 

Ausgerechnet mit einem unrealisierten Entwurf auf der „Schäl Sick“ in Köln machten die Architekten von sich reden. In einem städtebaulichen Wettbewerb für den ICE- Bahnhof Köln Messe/Deutz gewannen WJD Architekten und Jaspert & Steffens Architekten mit dem Vorschlag eines riesigen Glasdachs flankiert von zwei Türmen den ersten Preis. Gebaut wurde dies nicht, dafür fusionierten die Büros zu JSWD Architekten.

Seither entstanden die fünf Schwebebahnhöfe in Wuppertal (2005), das Hotel Quai de Seine in Paris und die Halle 11 am Rheinauhafen in Köln (beide 2008) sowie das riesige ThyssenKrupp Quartier mit dem zentralen Quader  Q1 mit Kantenlänge von 54 Metern (2010 - siehe Bild oben und Bau Q2 mit Ardex links).  Einige Bauten zeichnen sich bei aller Verschiedenheit durch die intensive Auseinandersetzung mit der Fassade aus. Mit der „Haut“, wird das Innere nach außen transportiert.

 

Besonders sichtbar wird dies bei der Konzernzentrale Q1, aber auch an ihrem Siegerentwurf für die Mantelbebauung des geplanten Busbetriebshofs Hybrid M in München. Auch beim Frauenhofer Transferenzentrum Adaptronik TZA in Darmstadt ist die Bedeutung der "Außenhaut" mit golden schimmernden Messingplatten bei der Gestaltung des Gebäudes unübersehbar (siehe links).

Wie Ulf Meyer in seinem Buch über das Architekturbüro zeigt, sind viele Bauten durch die Suche nach Homogenität in Material, Form und Farbe geprägt. Dabei werden 14 Projekte durch Fotografien, Schwarzpläne, Schnitte und Grundrisse sowie einer Beschreibung dargestellt. Von der Vorgehensweise der Architekten bekommen die Leser anhand eines Interviews mit den Gesellschaftern einen guten Eindruck

Ausstellung:

JSWD Architekten: hautnah

Ort: Architekturgalerie München, Türkenstraße, München

Zeit: Ausstellungsdauer – 21.05.2015 bis 13.06.2015

Architekturgalerie München: JSWD Architekten hautnah

Buch:

Ulf Meyer: JSWD Architekten - Portfolio

Jovis Verlag, flexocover 21 x 27,5 cm 176 Seiten;  29,80 Euro

Werke (Auswahl)

Schwebebahnhöfe in Wuppertal (2005)

Hotel Quai de Seine in Paris (2008)

Halle 11 am Rheinauhafen in Köln (2008)

ThyssenKrupp Quartier, Essen (2010)

Frauenhofer Transferenzentrum Adaptronik TZA, Darmstadt (2010)

Celletinnen-Seniorenhaus St. Gertrud in Düren (2013)

Zentrale der ENERVIE in Hagen (2014)

Busbetriebshofs Hybrid M, München (Wettbewerb 2014)

 

Bilder: © Christa Lachenmaier, Christian Richters, Ardex / Armin Wenzel