Tempel für Filmschüler und Mumien

Peter Böhms Gebäude für die Film-Hochschule Film gegenüber Klenzes Alter Pinakothek steht. Das Museum für Ägyptische Kunst im Untergeschoss wurde 2013 geöffnet. Das war keine alltägliche Aufgabe für meine Bauverwaltung“, betonte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann.

„Eine Hochschule mit Filmstudios, Schneideplätzen, Aufnahme- und Tonmischstudios gemeinsam mit einem Museum im Untergeschoss, dass dennoch mit Tageslicht versorgt wird und sechs Meter im Grundwasser steht.“

Am 6. Juni 2012 übergab Herrmann als Bauherr dem künftigen Nutzer, seinem Amtskollegen, den bayerischen Kunstminister Wolfgang Heubisch, das 99 Millionen Euro teure Gebäude. Im Juli werden hier die Professoren und Studenten der Hochschule für Film und Fernsehen den 150 Meter langen und jeweils 20 Meter breiten und hohen Gebäuderiegel beziehen. Der Glas-Betonbau nimmt damit genau die Maße des gegenüberliegenden Alten Pinakothek von Leo von Klenze auf. Obwohl bereits der abgerissene Vorgängerbau von Studenten genutzt wurde und das gesamte Viertel noch vor einigen Jahren für den Ausbau der Münchner Hochschulen geplant war, ist der Einzug der Studenten nun eher die Ausnahme von der Regel der künftigen Nutzung des Quartiers. Bereits mit dem Bau der Pinakothek der Moderne war es beschlossene Sache, dass die Gegend als Museumsviertel ausgebaut wird. Im Frühjahr 2013 soll daher auch in das Untergeschoss des neuen Gebäudes das Ägyptische Museum einziehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der gläserne Eingang der Filmhochschule im Osten des Gebäudes greift die transparente Gestaltung der oberen Geschosse des Riegels auf und durchbricht damit den sonst durchgängigen Betonsockel. 

 

Der Eingang zum Museums im Westen der Nordseite nimmt die antike Architektursprache altägyptischer Grabanlagen und Tempel auf, indem er über eine großzügige Treppe in den vergrabenen Unterbau führt.

Moderne Antike

Peter Böhm greift mit den von seinem Vater typischen Materialien Glas und Beton und seiner Architektursprache zurück. Der Pritzkerpreisträger Gottfried Böhm verwendete bereits meisterlich die Materialien Beton und Glas und setzte das Licht als wichtigstes Element im Inneren seiner Bauten ein. Ähnlich ist dies im Gebäude von Peter Böhm zu beobachten. So erzeugt die Lichtführung im Untergeschoss zum Ägyptischen Museum eine fast mystische Stimmung.

 

„Mit dem Foyer als große Öffnung im steinernen Sockel des Gebäudes wird auch das öffentliche Publikum eingeladen, die vielen Einrichtungen und Veranstaltungen wie Bibliothek, Filmvorführungen, Vorträge, Feste und dergleichen zu nutzen“, so die Erläuterung Peter Böhms. Man darf gespannt sein auf die Eröffnung des Museums.

Peter  Böhm ist eine eigenständiges und architektonisches Kunstwerk gelungen.

 

Weitere Informationen:

Über Bauten und Leben der Mitglieder der Architektenfamilie Böhm finden Sie in dem folgenden Beitrag "Die Baumeister-Dynastie aus Köln".