Joseph Effner: Vom Gärtner zum Schlossbaumeister

Einer der produktivsten Baumeister des Barock und des frühen Rokoko in Bayern war Joseph Effner. Unter dem Kurfürst Max Emanuel stieg er zum Hofbaumeister auf und prägte den Bau der Schlösser in Nymphenburg und in Schleissheim.

 

Der am 4. Februar 1687 in Dachau geborene Joseph Öffner stammte aus einer alten Gärtnerfamilie. Er erlernte der Familientradition folgend den Gärtnerberuf.

Zusammen mit dem Gartenarchitekten und Landschaftsmaler Matthias Diesel wurde er Anfang April 1706 im Auftrag und auf Kosten von Kurfürst Max Emanuel zunächst nach Brüssel, später nach Paris geschickt. Während seines Aufenthaltes in Paris entschloss sich Joseph Öffner sich, seiner Neigung entsprechend, den Gärtnerberuf aufzugeben und Baumeister zu werden. Dort erhielt er als Privatschüler eine Ausbildung zum Baumeister in der Académie royale d´architecture bei Germain Boffrand, einer Elitehochschule für Architektur. Sein Familiennamen änderte von Öffner in in Effner.

1715 ernannte ihn Kurfürst Max Emanuel zum bayerischen Hofbaumeister und war – zunächst mit Südtiroler Heinrich "Enrico" Zuccalli, dann später allein –  für alle Bauten des Kurfürsten zuständig.  Zu Effners wesentlichen Werke gehörten der Umbau des Schlosses Dachau, Ausbau des Nymphenburger Schlosses und der Parkanlagen, Weiterbau am Schleißheimer Schloss (siehe Bild links unten) sowie der Bau des Jagdschlosses Fürstenried.

1724 erfolgte die Ernennung zum Oberhofbaumeister. Damals begann Effner mit dem Bau seines Spätwerks, des im neuen Stil des Rokokos prächtig ausgestatteten Preysing-Palais (1723 - 1728) in der Münchner Residenzstraße am Odeonsplatz. Nach dem Tod des von Max Emanuel  musste er aber unter dessen Nachfolger, Kurfürst Karl Albrecht, seine Aufgaben als Hofbaumeister an Francois de Cuvilliés den Älteren – Effners Schüler –  abgeben. Am 23. Februar 1745 starb Joseph von Effner in München.

 

Werke (Auswahl)

Residenz in Saint-Cloud von Kurfürst Max Emanuel, Umbau,  bei Paris (1713)

Schloss Dachau, Dachau, Umbau (1715–1717)

Schloss Berg am Starnberger See – Renovierung und Modernisierung (1715–1717).

Schloss Lichtenberg am Lech - Renovierung und Modernisierung von (1715–1717).

Schloss Fürstenried, Forstenried/Fürstenried in München – Modernisierung des Hauptpavillons und Neubau der Nebenpavillons, des Küchengebäudes und der Stallungen (1715–1717).

Schloss Nymphenburg und Schlosspark Nymphenburg, München – Ausbau (1716 – 1728 ) und Bau von

Pagodenburg im Schlosspark Nymphenburg, Nymphenburg, München (1716–1719 - Bild oben links)

Badenburg im Park Schloss Nymphenburg in München (1718–1721 - Aufmacherbild oben)

Schloss Schleißheim in Oberschleißheim – Weiterbau (1719–1726)

Magdalenenklause im Park Schloss Nymphenburg in München (1725–1728)

Palais Preysing in München (1723-1729, Bild links)

 

Bilder: Ulrich Lohrer