Garching: Neue Europäische Südsternwarte eingeweiht

Am 4. Dezember 2013 wurde die neue Erweiterung des ESO-Hauptsitzes närdlich von München eingeweiht. Mit zwei kreisrunden Gebäuden haben die Architekten Auer+Weber+Assoziierte die Form der bestehenden Bauten neu interpretiert und sanft an die Parklandschaft angepasst.

 

ESO ist die 1962 gegründete europäische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre. Sie versorgt die europäischen Astronomen und Astrophysiker mit Forschungseinrichtungen, die dem letzten Stand der Technik entsprechen. Träger von ESO sind die europäischen Staaten Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, der Schweiz, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich. Aber auch die Ratifizierung Brasiliens steht an.

Der Hauptsitz in Garching wurde als Komposition aus kreisrunden Gebäudesegmenten in den 1980er Jahren, nach Plänen der Architekten Fehling+Gogel, in einer Grünanlage der Stadt Garching errichtet.

Um dem anhaltenden Zuwachs an Mitgliedsländern und Mitarbeitern gerecht zu werden, wurde ein internationalen Architekturwettbewerb für die Erweiterung der ESO Hauptverwaltung ausgeschrieben, den das Auer+Weber+Assoziierte, ein Architekturbüro mit Sitz in Stuttgart und München, gewannen. Auer+Weber+Assoziierte hatten bereits die mehrfach mit Architekturpreisen ausgezeichnete Residencia am Paranal-Observatorium der ESO in Chile entworfen. Bekanntheit erlangte das Gebäude aus einer James-Bond-Verfilmung.

Die Anbauten wurden so konzipiert, dass sie im Einklang mit dem ursprünglichen Gebäude stehen. Sie umfasst ein Büro- und Konferenzgebäude sowie ein Technikgebäude. Das Bürogebäude, das eine ähnliche Kurvenform besitzt, nutzt in erster Linie eine natürliche Beleuchtung und hat zwei Innenhöfe. Es ist im Erdgeschoss aufgeständert und erhält in den Obergeschossen raumhohe, transparente Fassaden.

Im Hinblick auf das European Extremely Large Telescope (E-ELT) brauchte die ESO eine Wiege für die technologischen Innovationen, die dieses anspruchsvolle Projekt benötigt. Der Technikbau – der ebenfalls eines der größten astronomischen Datenarchive der Welt beherbergen wird – wird der zentrale Ort für diese Arbeiten sein.

Der Technikbau ist ein Zylinder mit einem Durchmesser, der in etwa dem 39 Meter großen Hauptspiegel des E-ELT entspricht. Das zweigeschossige Technikgebäude zeichnet sich durch eine hinterlüfteten Metallfassade aus und bildet durch ihre moderate Höhenentwicklung einen sanften Übergang zur Parklandschaft, welche als Naherholungsgebiet für die Mitarbeiter dient.

 

Quelle: Auer+Weber+Assoziierte sowie ESO vom 04. und 5.12.13

Bilder: ESO